Litauen hat sich zu einem der dynamischsten Fintech- und Investmentstandorte Europas entwickelt. Das Land ist heute ein bedeutendes Zentrum für Finanzdienstleister, die im Rahmen des EU-Passportings tätig sind. Mit der Einführung des Investmentkontos (Investment Account) im Jahr 2025 wurde zudem die Besteuerung von Kapitalerträgen für Privatanleger grundlegend reformiert (VMI, 2026; PwC, 2026).
Für Steuerresidenten Litauens, Expats und EU-Bürger mit Wohnsitz in Litauen ist der Einstieg in die Geldanlage in der Regel unkompliziert. Anleger haben Zugang zu heimischen Bankbrokern, internationalen Investmentplattformen, UCITS-ETFs sowie zu den wichtigsten Aktienmärkten weltweit über EU-regulierte Broker.
Dieser Leitfaden erklärt, wie Investitionen in Litauen funktionieren, welche Broker verfügbar sind, wie ETFs besteuert werden und worauf Anleger vor der Eröffnung eines Depots achten sollten.
Die Investmentlandschaft in Litauen
Litauen ist vollständig in den Finanzmarkt der Europäischen Union integriert. Anleger profitieren daher von einer breiten Auswahl an Anlageprodukten und Finanzdienstleistungen, die den europäischen Regelwerken MiFID II, UCITS und PRIIPs unterliegen (Europäische Kommission, 2026).
Eine der wichtigsten Neuerungen ist das Investmentkonto, das zum 1. Januar 2025 eingeführt wurde. Innerhalb dieses Modells können qualifizierte Kapitalerträge grundsätzlich steuerfrei im Konto verbleiben. Steuerpflicht entsteht in der Regel erst dann, wenn die Auszahlungen die Summe der geleisteten Einzahlungen übersteigen (VMI, 2026; PwC Lithuania, 2026).
Darüber hinaus hat sich Litauen als bedeutender Fintech-Standort innerhalb der Europäischen Union etabliert. Die Bank von Litauen beaufsichtigt eine große Zahl von Finanzinstituten, die ihre Dienstleistungen über das EU-Passporting in zahlreichen europäischen Ländern anbieten (Bank of Lithuania, 2026).
Privatanleger erhalten dadurch Zugang zu:
- internationalen Aktienmärkten
- UCITS-ETFs
- Staats- und Unternehmensanleihen
- Investmentfonds
- Robo-Advisors
- bankbasierten Brokerage-Dienstleistungen
- Neo-Brokern
Im Vergleich zu vielen Ländern außerhalb der EU profitieren Anleger in Litauen von einem hohen Anlegerschutz, harmonisierten europäischen Finanzmarktregeln und einem wettbewerbsintensiven Brokermarkt.
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Verfügbare Broker für Anleger in Litauen
Anleger mit Wohnsitz in Litauen können zwischen internationalen Brokern, heimischen Investmentplattformen, klassischen Bankbrokern sowie CFD-Anbietern wählen.
Internationale Broker
| Broker | Aktien | ETFs | Bruchstückaktien | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Interactive Brokers | Ja | Ja | Ja | In der gesamten EU verfügbar |
| DEGIRO | Verfügbarkeit bei Kontoeröffnung prüfen | Ja | Ja | Sollte direkt beim Anbieter bestätigt werden |
| Trading 212 | Ja | Ja | Ja | Unterstützt Bruchstückinvestments |
| XTB | Ja | Ja | Ja | Bruchstückinvestments verfügbar |
| eToro | Ja | Ja | Ja | Multi-Asset-Plattform |
| Saxo Bank | Ja | Ja | Keine umfassende Unterstützung bestätigt | Zugang zu internationalen Märkten |
| Swissquote | Ja | Ja | Ja | Bruchstückhandel verfügbar |
| Freedom24 | Ja | Ja | Nein | EU-regulierter Broker |
| LYNX Broker | Verfügbarkeit bei Kontoeröffnung prüfen | Ja | Ja | Sollte vorab bestätigt werden |
Interactive Brokers Ireland Ltd, Trading 212 Ltd, eToro Europe Limited, Freedom Finance Europe Ltd, LYNX B.V. und weitere Investmentfirmen werden von der Bank von Litauen als Finanzmarktteilnehmer geführt, die ihre Dienstleistungen im Rahmen des EU-Passportings in Litauen anbieten (Bank of Lithuania, 2026).
Trading 212 bestätigt für unterstützte Länder den Zugang zu Aktien, ETFs sowie herunterladbaren Kontoauszügen und Steuerunterlagen (Trading 212, 2026).
XTB ermöglicht den Handel mit Aktien und ETFs einschließlich Bruchstückinvestments über treuhänderisch gehaltene Bruchteile der zugrunde liegenden Wertpapiere (XTB, 2026).
Swissquote bietet für unterstützte Konten den Handel mit Bruchstückaktien und Bruchstück-ETFs an (Swissquote, 2026).
Bei DEGIRO ist die Situation weniger eindeutig. Einige Informationen deuten darauf hin, dass Kunden aus Litauen akzeptiert werden, während andere öffentliche Quellen widersprüchliche Angaben enthalten. Anleger sollten ihre Berechtigung deshalb vor der Kontoeröffnung direkt beim Broker überprüfen.
Heimische Investmentplattformen
Litauen verfügt zudem über mehrere nationale und regionale Investmentanbieter.
Swedbank Litauen
Swedbank bietet Wertpapierdepots, ETF-Investments, Zugang zu den baltischen Börsen sowie den Handel mit internationalen Wertpapieren an. Die Depoteröffnung ist grundsätzlich kostenlos; Handelsgebühren fallen abhängig vom jeweiligen Markt an (Swedbank Lithuania, 2026).
SEB Litauen
SEB stellt Brokerage-Dienstleistungen über Wertpapierdepots bereit und ermöglicht Investitionen in Aktien, ETFs, Anleihen und Investmentfonds an verschiedenen Börsenplätzen (SEB Lithuania, 2026).
Artea Bank
Die Artea Bank, ehemals unter der Marke Šiaulių Bankas bekannt, bietet Wertpapierhandel, ETF-Investments sowie Zugang zu baltischen und internationalen Kapitalmärkten über ihre Investmentplattform an (Artea Bank, 2026).
Citadele C Trade
Die Plattform Citadele C Trade ermöglicht den Handel mit Aktien, ETFs, Investmentfonds und baltischen Wertpapieren über eine Online-Handelsplattform (Citadele, 2026).
Revolut Securities Europe UAB
Revolut Securities Europe UAB ist von der Bank von Litauen zugelassen und beaufsichtigt. Über die App können Anleger in Aktien, ETFs und Bruchstückaktien investieren (Bank of Lithuania, 2026).
CFD- und Forex-Broker
Anleger mit Wohnsitz in Litauen haben grundsätzlich Zugang zu folgenden CFD- und Forex-Brokern:
- XTB
- IG
- CMC Markets
- Plus500
- Pepperstone
- AvaTrade
- Admirals
- FP Markets
- Trading.com
- eToro
Die tatsächliche Verfügbarkeit kann von Wohnsitz, zuständiger Regulierungsgesellschaft und den Anforderungen bei der Kontoeröffnung abhängen.
CFDs sind gehebelte Finanzinstrumente und mit deutlich höheren Risiken verbunden als klassische Investitionen in Aktien oder ETFs.
ETF-Investments in Litauen
Welche ETFs sind verfügbar?
Anleger in Litauen haben grundsätzlich Zugang zu:
- UCITS-ETFs
- ETFs mit Fondsdomizil in Irland
- ETFs mit Fondsdomizil in Luxemburg
- börsengehandelten ETFs, die über EU-regulierte Broker angeboten werden
Die meisten für Privatanleger verfügbaren ETFs sind UCITS-konforme Fonds mit Sitz in Irland oder Luxemburg, da diese Strukturen speziell für den grenzüberschreitenden Vertrieb innerhalb der Europäischen Union entwickelt wurden (Europäische Kommission, 2026).
Können Anleger US-ETFs kaufen?
In den meisten Fällen nein.
Privatanleger können US-domizilierte ETFs über europäische Broker in der Regel nicht direkt erwerben.
Diese Einschränkung ist keine Besonderheit Litauens, sondern ergibt sich aus der europäischen PRIIPs-Verordnung, die für Anlageprodukte ein Basisinformationsblatt (Key Information Document – KID) verlangt (Europäische Kommission, 2026).
Da viele US-amerikanische ETF-Anbieter kein PRIIPs-konformes KID bereitstellen, beschränken europäische Broker den Zugang für Privatanleger.
Für professionelle Kunden können – abhängig von der Einstufung durch den Broker – andere Regelungen gelten.
Beispiele häufig verfügbarer UCITS-ETFs
| ETF | ISIN | Index |
|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF | IE00B3RBWM25 | FTSE All-World |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF | IE00B4L5Y983 | MSCI World |
| Vanguard S&P 500 UCITS ETF | IE00B3XXRP09 | S&P 500 |
| iShares Core S&P 500 UCITS ETF | IE00B5BMR087 | S&P 500 |
| iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF | IE00BKM4GZ66 | MSCI Emerging Markets IMI |
Diese ETFs dienen lediglich als Beispiele häufig verfügbarer UCITS-Produkte. Eine offizielle Rangliste der beliebtesten ETFs unter litauischen Anlegern konnte im Rahmen der Recherche nicht festgestellt werden.
Steuerliche Behandlung von ETFs
Litauen kennt kein eigenständiges Steuerregime speziell für ETFs.
Die Besteuerung erfolgt grundsätzlich nach denselben Regeln wie bei anderen Wertpapieranlagen. Maßgeblich sind insbesondere:
- realisierte Kapitalgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen
- Dividendenausschüttungen ausschüttender ETFs
- die Nutzung eines registrierten Investmentkontos
- gegebenenfalls anrechenbare ausländische Quellensteuern
Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge automatisch innerhalb des Fonds, während ausschüttende ETFs diese unmittelbar an die Anleger auszahlen.
Im Rahmen des Investmentkontos können qualifizierte Kapitalerträge grundsätzlich steuerfrei im Konto verbleiben. Steuerpflicht entsteht in der Regel erst dann, wenn die Auszahlungen die Summe der Einzahlungen übersteigen (VMI, 2026; PwC Lithuania, 2026).
Anleger sollten sämtliche Käufe, Verkäufe, Überträge, Einzahlungen und Auszahlungen sorgfältig dokumentieren, um ihre steuerlichen Pflichten ordnungsgemäß erfüllen zu können.
Ein Wertpapierdepot in Litauen eröffnen
Die Eröffnung eines Wertpapierdepots ist in Litauen in der Regel unkompliziert und kann sowohl bei heimischen Finanzinstituten als auch bei internationalen Brokern vollständig online erfolgen.
Schritt 1: Broker auswählen
Wählen Sie zunächst einen Broker, der Kunden mit Wohnsitz in Litauen akzeptiert und die gewünschten Anlageprodukte anbietet.
Vergleichen Sie insbesondere:
- verfügbare Märkte
- ETF-Angebot
- Handelsgebühren
- Depotgebühren
- Kosten für den Währungsumtausch
- Steuerberichte
- Anlegerschutz
Anleger können zwischen klassischen Bankbrokern wie Swedbank und SEB, Fintech-Plattformen wie Revolut Securities Europe UAB sowie internationalen Brokern wie Interactive Brokers, Trading 212, XTB, Saxo Bank und weiteren Anbietern wählen (Bank of Lithuania, 2026).
Schritt 2: Erforderliche Unterlagen vorbereiten
Die meisten Broker verlangen:
- Reisepass oder Personalausweis
- Adressnachweis
- Steueridentifikationsdaten
- persönliche Kontaktdaten
Nach den europäischen Geldwäschevorschriften müssen Broker die Identität ihrer Kunden vor Aufnahme des Handels überprüfen.
Schritt 3: Identitätsprüfung abschließen
Die Legitimation erfolgt in der Regel vollständig elektronisch.
Dabei können unter anderem erforderlich sein:
- Upload der Ausweisdokumente
- biometrische Identitätsprüfung
- Adressbestätigung
- Bestätigung der steuerlichen Ansässigkeit
Die Überprüfung dauert häufig nur wenige Minuten, in Einzelfällen kann jedoch eine zusätzliche Prüfung erforderlich sein.
Schritt 4: Depot kapitalisieren
Die meisten Broker unterstützen:
- Banküberweisungen
- SEPA-Überweisungen
- Debitkarten
- weitere unterstützte Zahlungsmethoden
Für Anleger in Litauen ist die Banküberweisung nach wie vor die gebräuchlichste Einzahlungsmethode.
Schritt 5: Erste Investition tätigen
Sobald das Guthaben verfügbar ist, können Anleger über ihre Handelsplattform unter anderem investieren in:
- Aktien
- ETFs
- Anleihen
- Investmentfonds
Vor jeder Investition sollten Anleger prüfen, ob die gewählte Anlage zu ihren finanziellen Zielen und ihrer persönlichen Risikobereitschaft passt.
Steuerliche Auswirkungen für Anleger
Steuerresidenten Litauens unterliegen grundsätzlich der Besteuerung ihres weltweiten Einkommens. Dies gilt auch für Kapitalerträge aus ausländischen Brokern und internationalen Investments (VMI, 2026; PwC Lithuania, 2026).
Seit Einführung des Investmentkontos im Jahr 2025 sollten Anleger zwischen der klassischen Besteuerung von Kapitalanlagen und dem neuen Modell der Steuerstundung unterscheiden.
Kapitalertragsteuer
Häufig wird angenommen, dass sämtliche Kapitalgewinne in Litauen pauschal mit 15 % besteuert werden.
Tatsächlich ist die steuerliche Behandlung differenzierter.
Das litauische Einkommensteuergesetz unterscheidet verschiedene Arten von Kapitalerträgen. Die Besteuerung hängt unter anderem ab von:
- der Art der Kapitalerträge
- der Nutzung eines Investmentkontos
- der Höhe der erzielten Einkünfte
- möglichen gesetzlichen Steuerbefreiungen
(VMI, 2026)
Für Erträge innerhalb eines Investmentkontos nennt PwC Lithuania grundsätzlich folgende Steuersätze:
- 15 % bis zur Grenze von 120 durchschnittlichen Jahreslöhnen (Average Wages – AW)
- 20 % auf den darüber hinausgehenden Betrag
(PwC Lithuania, 2026)
Anleger sollten daher nicht davon ausgehen, dass sämtliche Kapitalerträge automatisch einem einheitlichen Steuersatz unterliegen.
Das Investmentkonto
Die Einführung des Investmentkontos zum 1. Januar 2025 zählt zu den wichtigsten Reformen für Privatanleger in Litauen.
Dabei handelt es sich nicht um ein steuerfreies Investmentkonto, sondern um ein Modell zur Steuerstundung.
Das System funktioniert grundsätzlich wie folgt:
- Einzahlungen erfolgen auf ein registriertes Investmentkonto.
- Innerhalb des Kontos können Wertpapiere gekauft und verkauft werden.
- Kapitalerträge können zunächst steuerfrei im Konto verbleiben.
- Steuerpflicht entsteht grundsätzlich erst dann, wenn die Auszahlungen die Summe der Einzahlungen übersteigen.
(VMI, 2026)
Für langfristig orientierte Anleger erleichtert dieses Modell insbesondere regelmäßige Portfolioanpassungen, da Umschichtungen innerhalb des Investmentkontos grundsätzlich keine sofortige Steuer auslösen.
Das Investmentkonto muss bei der Staatlichen Steuerinspektion (VMI) registriert werden.
Besteuerung von Dividenden
Dividendenerträge unterliegen grundsätzlich den litauischen Einkommensteuerregelungen (VMI, 2026).
Bei ausländischen Dividenden sollten Anleger insbesondere Folgendes beachten:
- Im Herkunftsland kann Quellensteuer einbehalten werden.
- Doppelbesteuerungsabkommen können den Quellensteuersatz reduzieren.
- Nach litauischem Steuerrecht kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Anrechnung ausländischer Steuern möglich sein.
Die endgültige Steuerbelastung hängt vom Herkunftsland der Dividende, dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen sowie den persönlichen Verhältnissen des Anlegers ab.
Steuerbefreiung bis 500 Euro
Litauen gewährt für bestimmte Kapitalerträge eine steuerliche Begünstigung.
Nach Angaben von PwC Lithuania und dem litauischen Einkommensteuergesetz können Gewinne aus der Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente und einzelner Derivate bis zu 500 Euro pro Jahr steuerfrei sein, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (PwC Lithuania, 2026; VMI, 2026).
Innerhalb des Investmentkontos gelten jedoch abweichende steuerliche Regelungen.
Anleger sollten daher genau prüfen, welches Besteuerungssystem auf ihre Kapitalanlagen Anwendung findet.
Ausländische Kapitalerträge
Steuerresidenten Litauens unterliegen grundsätzlich der Besteuerung ihres weltweiten Einkommens.
Dazu gehören unter anderem:
- ausländische Dividenden
- ausländische Zinserträge
- Kapitalgewinne aus ausländischen Brokern
- weitere Kapitalerträge aus dem Ausland
Unter bestimmten Voraussetzungen können im Ausland gezahlte Steuern auf die litauische Steuer angerechnet werden (VMI, 2026).
Heimische und ausländische Broker
Ein weit verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass internationale Broker automatisch die litauische Einkommensteuer berechnen und abführen.
Tatsächlich stellen die meisten ausländischen Broker lediglich Folgendes zur Verfügung:
- Kontoauszüge
- Transaktionsübersichten
- Jahressteuerberichte
Die Berechnung der steuerpflichtigen Kapitalerträge sowie deren ordnungsgemäße Erklärung gegenüber der VMI bleibt grundsätzlich Aufgabe des Anlegers.
Einige litauische Anbieter übermitteln bestimmte Informationen direkt an die Steuerbehörden. Dies entbindet Anleger jedoch nicht automatisch von ihren steuerlichen Meldepflichten.
Dokumentationspflichten
Anleger sollten insbesondere folgende Unterlagen sorgfältig aufbewahren:
- Kaufabrechnungen
- Verkaufsabrechnungen
- Dividendennachweise
- Einzahlungen
- Auszahlungen
- Brokergebühren
- Nachweise über ausländische Quellensteuern
Eine sorgfältige Dokumentation erleichtert sowohl die Berechnung steuerpflichtiger Gewinne als auch die Anrechnung ausländischer Steuern.
Im Rahmen der Recherche konnte keine eindeutige englischsprachige amtliche Quelle gefunden werden, die bestätigt, dass für sämtliche Wertpapiergeschäfte zwingend das FIFO-Verfahren anzuwenden ist. Anleger sollten daher nicht automatisch von einer allgemeinen FIFO-Pflicht ausgehen und bei komplexeren Sachverhalten die Hinweise der VMI oder einen Steuerberater konsultieren.
Fristen für die Steuererklärung
Die Fristen für die Einkommensteuererklärung können sich von Jahr zu Jahr ändern.
Anleger sollten die jeweils aktuellen Fristen sowie Zahlungsfristen unmittelbar bei der Staatlichen Steuerinspektion (VMI) überprüfen.
Weitere Informationen finden Sie im:
[Steuerleitfaden Litauen]
Regulierung und Anlegerschutz
Litauen verfügt über einen modernen regulatorischen Rahmen für Finanzdienstleistungen und zählt zu den führenden Fintech-Standorten Europas.
Finanzaufsichtsbehörde
Die wichtigste Finanzaufsichtsbehörde ist die Bank von Litauen (Lietuvos bankas).
Sie beaufsichtigt unter anderem:
- Banken
- Investmentfirmen
- Broker
- E-Geld-Institute
- Zahlungsdienstleister
- Fintech-Unternehmen
- Investmentfonds
Die Bank von Litauen zählt zu den aktivsten Zulassungsbehörden für Fintech-Unternehmen innerhalb der Europäischen Union.
Anlegerentschädigung
Litauen verfügt über ein gesetzliches Anlegerentschädigungssystem.
Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können berechtigte Anleger entschädigt werden, wenn ein zugelassenes Wertpapierinstitut Kundengelder oder Finanzinstrumente nicht mehr herausgeben kann.
Die maximale Entschädigung beträgt grundsätzlich 22.000 Euro je Anleger (Bank of Lithuania, 2026).
Einlagensicherung
Bankeinlagen bei teilnehmenden Kreditinstituten sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Institut geschützt (Deposit and Investment Insurance, 2026).
Aufsicht über Broker
Viele Broker, die Anlegern in Litauen ihre Dienstleistungen anbieten, werden von unterschiedlichen europäischen Aufsichtsbehörden reguliert.
Je nach Gesellschaft erfolgt die Aufsicht unter anderem durch:
- Bank von Litauen
- CySEC
- BaFin
- Central Bank of Ireland
- CSSF
- weitere europäische Finanzaufsichtsbehörden
Vor der Kontoeröffnung sollten Anleger prüfen:
- welche Gesellschaft Vertragspartner ist
- welche Behörde den Broker beaufsichtigt
- welchem Anlegerentschädigungssystem der Anbieter angehört
Risikohinweis zu CFDs
CFDs sind komplexe Finanzinstrumente mit Hebelwirkung.
Sie eignen sich nicht für alle Anleger und können innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Verlusten führen.
Vor dem Handel mit CFDs sollten Anleger die Funktionsweise, die Margin-Anforderungen sowie die damit verbundenen Risiken vollständig verstehen.
Ist Litauen ein guter Standort für Anleger?
Litauen zählt heute zu den fortschrittlichsten Investmentstandorten Osteuropas. Das Land verbindet einen starken Fintech-Sektor, den Zugang zu europäischen Kapitalmärkten sowie moderne steuerliche Regelungen durch das Investmentkonto.
Vorteile
- Zugang zu Tausenden UCITS-ETFs
- modernes Investmentkonto mit Steuerstundung
- Mitglied der Europäischen Union und der Eurozone
- starker Fintech-Standort
- große Auswahl internationaler Broker
- hoher Anlegerschutz
Nachteile
- keine allgemeine Steuerbefreiung für langfristige Kapitalgewinne
- steuerliche Dokumentation bei ausländischen Brokern liegt häufig in der Verantwortung des Anlegers
- US-domizilierte ETFs stehen Privatanlegern in der Regel nicht direkt zur Verfügung
- das Investmentkonto muss ordnungsgemäß registriert werden
Für wen eignet sich Litauen?
Litauen eignet sich besonders für:
- langfristig orientierte ETF-Anleger
- Expats mit Wohnsitz in Litauen
- Investoren, die das Investmentkonto nutzen möchten
- Anleger mit Interesse an europäischen und internationalen Kapitalmärkten
- Nutzer moderner Fintech- und Neo-Broker
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Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Steuerrechtliche Vorschriften, Funktionen einzelner Broker und regulatorische Anforderungen können sich jederzeit ändern und hängen zudem von den individuellen Umständen ab. Vor einer Investitionsentscheidung sollten Sie einen qualifizierten Finanzberater oder Steuerexperten konsultieren.
Matias Buće verfügt über eine formale Ausbildung im Verwaltungsrecht und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Analyse globaler Märkte, des Forex-Handels und persönlicher Finanzplanung. Sein juristischer Hintergrund prägt seinen Ansatz beim Investieren – mit einem Fokus auf Regulierung, Struktur und Risikomanagement. Bei Finorum schreibt er über ein breites Spektrum an Finanzthemen, von europäischen ETFs bis hin zu praktischen Strategien der persönlichen Finanzplanung für alltägliche Anleger.
Sources & References
EU regulations & taxation
- European Commission / Taxation & Customs — Anlegerschutz
- CFDs sind gehebelte Finanzinstrumente
- gesetzlichen Einlagensicherung
- MiFID II
- PRIIPs
- regulatorischen Rahmen für Finanzdienstleistungen
- UCITS

