Handelsplatz für ETFs 2027: Xetra, Tradegate oder gettex?
Beim Handelsplatz für ETFs zählt der Gesamtpreis Ihrer Order: der Kaufpreis für die gewünschte Stückzahl plus alle anfallenden Gebühren. Xetra bietet einen wichtigen Vergleichsmaßstab. Bei einer kleinen Order kann jedoch ein anderer über Ihren Broker verfügbarer Börsenplatz günstiger sein, wenn die niedrigere Gebühr einen etwas höheren Kaufkurs ausgleicht.
Prüfen Sie zuerst die Auswahl in Ihrem Depot. Vergleichen Sie denselben ETF anhand seiner ISIN, möglichst zeitgleich und während aktiver Handelszeiten. Mit einer Limit-Order legen Sie anschließend fest, wie viel Sie höchstens pro Anteil zahlen möchten. Ob die Order zu diesem Preis ausgeführt wird, bleibt offen.
Bei einem ETF-Sparplan bestimmt der Anbieter den Ausführungsweg nach seinen Bedingungen. Hier wählen Sie vor allem den Sparplan und dessen Konditionen. Eine freie Börsenwahl wie bei einer Einzelorder ist damit nicht automatisch verbunden.
Die wichtigsten Handelsplätze auf einen Blick
| Handelsplatz | Einordnung | Was Sie vor einer Order prüfen sollten |
|---|---|---|
| Xetra | Elektronischer Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse | Kaufkurs für Ihre Stückzahl, Broker- und Handelsplatzgebühren |
| Tradegate BSX | Börse in Berlin mit Schwerpunkt auf Privatanlegern | Ausführbare Notierung, Handelszeit und Brokerkonditionen |
| gettex | Handelsmodell der Börse München | Kauf- und Verkaufskurse sowie verfügbare Stückzahl |
| LS Exchange | Elektronisches Handelssystem an der Börse Hamburg | Zugang über den Broker, Kurs und Ordertypen |
| European Investor Exchange (EIX) | Handelsplatz der Börse Hannover in Zusammenarbeit mit Scalable Capital | Verfügbarkeit im Depot und konkrete Ausführungskonditionen |
Xetra oder Tradegate, gettex oder Xetra? Vergleichen Sie die Gesamtkosten für Ihren Auftrag. Ein günstiger Handelsplatz für einen Kauf über 1.000 Euro muss bei 10.000 Euro nicht mehr vorne liegen. Die Rechnung unten zeigt, wann sich das Ergebnis dreht.
Stand: 27. September 2026. Dieser Leitfaden für 2027 beruht auf derzeit verfügbaren Angaben der Handelsplätze und Broker sowie geltendem deutschen Recht. Angebote, Gebühren und Handelszeiten können sich ändern.
Erst den Broker verstehen, dann die Börse auswählen
Über den Broker erteilen Sie Ihren Auftrag; das Depot führt er selbst oder eine eingebundene Depotbank. Am Handelsplatz wird die Order ausgeführt. In der App sehen Sie davon meist nur wenige Schritte. Für Gebühren und Auswahlmöglichkeiten lohnt es sich trotzdem, diese Aufgaben auseinanderzuhalten.
Manche Broker lassen Sie zwischen mehreren Börsen wählen. Andere konzentrieren ihr Angebot auf einen Ausführungsplatz. Wieder andere bieten eine automatische Auswahl an. Welche Möglichkeiten Sie tatsächlich haben, steht in der Ordermaske und in den Ausführungsgrundsätzen Ihres Anbieters.
Zwei Beispiele zeigen den Unterschied:
- Trade Republic führt den Handel mit Aktien, ETFs und Anleihen laut eigener Auskunft über LS Exchange aus. Bei einem Ausfall dieses Handelssystems ist für Aktien und ETFs Tradegate als Ausweichplatz vorgesehen. Quelle: Trade Republic zum Ausführungsplatz.
- Scalable Capital bietet laut eigener Übersicht European Investor Exchange, gettex und Xetra zur Auswahl an. Die Bedingungen können sich je nach Handelsplatz unterscheiden. Quelle: Scalable Capital zur Börsenwahl.
Schauen Sie vor dem Bestätigen auf die Ordervorschau: Dort sollten Sie den gewählten Handelsplatz und die ausgewiesenen Kosten nachvollziehen können.
Market Maker bedeutet nicht automatisch außerbörslich
Ein Market Maker stellt Kauf- und Verkaufskurse. Das kann innerhalb einer Börse geschehen. Die Begriffe „Market Maker“ und „außerbörslich“ bedeuten deshalb nicht dasselbe.
gettex gehört zur Börse München. Die Tradegate Berlin Stock Exchange entstand 2026 aus der Zusammenführung von Tradegate Exchange und Börse Berlin. Börsenhandel, das jeweilige Handelsmodell und die rechtliche Einordnung eines Marktsegments sind getrennte Fragen.
Auch ein börslich überwachter Handel schützt nicht vor Kursverlusten des gekauften Wertpapiers. Die Qualität der Ausführung und das Risiko der Anlage sind zwei verschiedene Dinge.
Was beim ETF-Kauf wirklich auf der Abrechnung steht
In der Depotübersicht steht ein Kurs von 100 Euro, in der Kaufmaske ein anderer. Das muss kein Fehler sein: Für den Kauf ist der Briefkurs relevant, zu dem Anteile angeboten werden. Der zuletzt gehandelte Kurs zeigt dagegen ein bereits abgeschlossenes Geschäft.
Der Geldkurs bezeichnet das Kaufangebot der Gegenseite, also den Kurs für Ihren Verkauf. Beide Notierungen gelten für die jeweils verfügbare Menge und können sich bis zur Ausführung ändern. Ihre Differenz heißt Spread.
Ein einfaches Beispiel:
| Notierung | Preis je Anteil |
|---|---|
| Geldkurs: Verkauf möglich zu | 99,90 € |
| Briefkurs: Kauf möglich zu | 100,10 € |
| Differenz | 0,20 € |
Bezogen auf den Mittelpunkt von 100 Euro beträgt der Spread hier 0,20 Prozent. Wer zu 100,10 Euro kauft und bei unveränderten Kursen sofort zu 99,90 Euro verkauft, verliert 20 Cent je Anteil vor zusätzlichen Gebühren. Das ist ein Rechenbeispiel, kein aktueller Kurs eines bestimmten ETF.
Für einen Kauf lautet die praktische Rechnung:
Gesamter Kaufbetrag = Stückzahl × ausführbarer Briefkurs + Ordergebühren + weitere anfallende Entgelte.
Bei Fremdwährungsgeschäften kommen gegebenenfalls Umrechnungskosten hinzu. Steuern auf bestimmte Wertpapiertransaktionen müssen ebenfalls berücksichtigt werden, wenn sie für den konkreten Kauf anfallen.
Den Spread addieren Sie nicht noch einmal auf den Briefkurs: Sie rechnen bereits mit dem angebotenen Kaufpreis. Die laufenden Fondskosten, ausgewiesen als TER, werden innerhalb des Fonds berücksichtigt. Sie fallen beim Börsenkauf nicht als zusätzliche Ordergebühr an.
Rechenbeispiel: Wann gewinnt der günstigere Kurs?
Sie möchten denselben ETF kaufen. Zwei Handelsplätze zeigen gleichzeitig unterschiedliche Briefkurse. Die folgenden Zahlen sind frei gewählte Beispiele und keinem realen Anbieter zugeordnet.
Wir unterstellen, dass die jeweilige Stückzahl vollständig zum genannten Kurs verfügbar ist und die Gebühren unverändert bleiben.
| Kauf von 10 Anteilen | Handelsplatz A | Handelsplatz B |
|---|---|---|
| Briefkurs je Anteil | 100,00 € | 100,08 € |
| Preis der 10 Anteile | 1.000,00 € | 1.000,80 € |
| Gesamte Ordergebühren | 5,00 € | 1,00 € |
| Gesamter Kaufbetrag | 1.005,00 € | 1.001,80 € |
Bei dieser kleinen Order ist B um 3,20 Euro günstiger. Sein etwas höherer Kaufkurs wird durch die niedrigere Gebühr mehr als ausgeglichen.
Bei 100 Anteilen dreht sich das Ergebnis:
| Kauf von 100 Anteilen | Handelsplatz A | Handelsplatz B |
|---|---|---|
| Preis der Anteile | 10.000,00 € | 10.008,00 € |
| Gesamte Ordergebühren | 5,00 € | 1,00 € |
| Gesamter Kaufbetrag | 10.005,00 € | 10.009,00 € |
Jetzt liegt A um 4 Euro vorn. Der Preisvorteil pro Anteil wirkt auf eine größere Stückzahl.
Die rechnerische Schwelle lässt sich direkt bestimmen:
Stückzahl für Kostengleichheit = zusätzliche feste Gebühr des Platzes mit dem niedrigeren Kaufkurs ÷ dessen Preisvorteil je Anteil.
Hier sind das 4 Euro ÷ 0,08 Euro = 50 Anteile. Beide Käufe kosten bei dieser Stückzahl 5.005 Euro. Unter den getroffenen Annahmen ist darunter B günstiger, darüber A.
In der Praxis ändern sich Kurse und verfügbare Mengen laufend. Bei großen Orders können mehrere Preisstufen nötig werden. Dann müssen Sie mit dem voraussichtlichen durchschnittlichen Ausführungspreis rechnen. Die Formel ersetzt keine aktuelle Kursprüfung, zeigt aber, warum weder „immer der engste Spread“ noch „immer die niedrigste Gebühr“ als Auswahlregel genügt.
Wann ETFs kaufen? Handelszeiten richtig einordnen
Der Xetra-Haupthandel findet grundsätzlich von 9:00 bis 17:30 Uhr deutscher Ortszeit statt. Daneben gibt es einen erweiterten Retail-Service mit Früh- und Späthandel bis 22:00 Uhr. Der Zugang hängt unter anderem von der Teilnahme Ihres Brokers ab. Die genauen Zeitfenster und Handelstage veröffentlicht Deutsche Börse im Handelskalender.
Längere Öffnungszeiten sind praktisch. Sie bedeuten aber nicht, dass zu jeder Uhrzeit dieselben Kurse, Spreads und handelbaren Mengen verfügbar sind.
Bei einem ETF zählt auch, ob die Märkte seiner zugrunde liegenden Wertpapiere geöffnet sind. Sind wichtige Heimatmärkte geschlossen, müssen Liquiditätsanbieter stärker mit Schätzungen und Absicherungsinstrumenten arbeiten. Das kann sich auf die angebotenen Spreads auswirken.
Für einen ersten Vergleich bietet sich der Xetra-Haupthandel an. Sehen Sie sich dann die aktuelle Spanne und die angebotene Stückzahl an. Ist der Spread ungewöhnlich breit, können Sie die Order auch später erneut prüfen. Eine feste Uhrzeit garantiert keinen günstigen Preis.
Ein Welt-ETF enthält außerdem Aktien aus mehreren Zeitzonen. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem alle zugrunde liegenden Börsen gleichzeitig geöffnet sind. Die Suche nach der vermeintlich perfekten Minute bringt daher weniger als ein sauberer Preis- und Gebührenvergleich.
Mit einer Limit-Order den maximalen Kaufpreis festlegen
Angenommen, der Briefkurs eines ETF liegt bei 100,08 Euro. Sie möchten zehn Anteile kaufen und setzen ein Limit von 100,10 Euro.
Damit erlauben Sie einen Ausführungspreis von höchstens 100,10 Euro pro Anteil. Für zehn vollständig ausgeführte Anteile wären das maximal 1.001 Euro zuzüglich der anfallenden Gebühren. Eine Ausführung zu einem niedrigeren Preis ist möglich.
Steigt der günstigste verfügbare Verkaufskurs auf 100,15 Euro, ist zu diesem Kurs keine Ausführung erlaubt. Die Order wartet, sofern ihre Gültigkeit und Orderzusätze das vorsehen. Eine Teilausführung ist möglich, wenn nur ein Teil der gewünschten Stückzahl zu höchstens 100,10 Euro verfügbar ist.
Prüfen Sie deshalb drei Angaben vor der Bestätigung:
- Stückzahl: Wie viele Anteile möchten Sie kaufen?
- Limit: Welchen Preis je Anteil akzeptieren Sie höchstens?
- Gültigkeit: Wie lange darf die Order im Markt bleiben?
Eine Market-Order enthält diese Preisgrenze nicht. Sie kann zu verfügbaren Preisen ausgeführt werden, die von der vorherigen Anzeige abweichen. Die Deutsche Börse erläutert die Ordertypen und ihre Ausführungsbedingungen.
Das Limit begrenzt auch keine späteren Kursverluste. Nach dem Kauf tragen Sie das Anlagerisiko des ETF. Außerdem können Broker für Teilausführungen unterschiedliche Gebührenregeln haben.
Europäische Börsen für Anfänger: Wann lohnt sich ein Auslandsplatz?
Eine ausländische Aktie müssen Sie nicht zwangsläufig an einer ausländischen Börse kaufen. Ebenso benötigen Sie für einen weltweit investierenden ETF keinen Zugang zu sämtlichen Börsen seiner enthaltenen Unternehmen.
Ein ausländischer Handelsplatz wird dann interessant, wenn Ihr gewünschtes Wertpapier dort verfügbar ist und sich Preis, handelbare Menge und Gesamtkosten gegenüber den Alternativen verbessern.
| Markt | Möglicher Anlass für einen direkten Kauf | Zusätzlich prüfen |
|---|---|---|
| Euronext, etwa Paris oder Amsterdam | Aktie oder ETF mit passender Notierung und attraktiver Ausführung | Brokerzugang, Gebühren und konkrete Handelswährung |
| London Stock Exchange | Gewünschte Aktie oder ETF-Handelslinie in London | Handelswährung, Umrechnung, Verfügbarkeit und mögliche Transaktionssteuern |
| SIX Swiss Exchange | Direkter Handel einer Schweizer Aktie | CHF-Konditionen, Auslandsgebühren und steuerliche Behandlung der Erträge |
| Nordische Börsen | Gezielter Kauf einer dort gehandelten Aktie | Lokale Handelszeiten, Währung und verfügbare Stückzahl |
Euronext: auf die konkrete Notierung schauen
Euronext betreibt mehrere europäische Aktienmärkte. Zum Netzwerk gehören unter anderem Paris, Amsterdam und Mailand. Die offizielle Marktübersicht von Euronext zeigt die einzelnen Standorte.
Für eine Aktie mit Heimatmarkt Paris lohnt sich ein Blick auf die dortige Notierung. Ein besserer Kaufkurs kann zusätzliche Auslandsgebühren ausgleichen — muss es aber nicht. Rechnen Sie mit Ihrer geplanten Stückzahl nach, genauso wie im Beispiel mit den Handelsplätzen A und B.
London: nicht jedes Wertpapier wird in Pfund gehandelt
Die London Stock Exchange hat auch ETF-Handelslinien in anderen Währungen. Beispielsweise weist sie eine USD-Handelslinie eines Invesco-S&P-500-ETF aus. „London“ und „Pfund“ sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Beim Vergleich mehrerer Notierungen eines ETF prüfen Sie die ISIN. Derselbe Indexname genügt nicht: Zwei Fonds auf den MSCI World können unterschiedliche Produkte sein. Bei einer identischen Anteilsklasse ändert der Handelsplatz dagegen nicht das zugrunde liegende Portfolio.
Schweiz und Nordics: die Aktie bleibt dieselbe Anlage
Wenn Sie eine Schweizer oder schwedische Aktie in Euro an einem deutschen Handelsplatz kaufen, ändern sich weder das Unternehmen noch dessen wirtschaftliche Risiken. Der Euro-Kauf kann einen separaten Währungsumtausch vermeiden. Er beseitigt nicht die Wechselkurseinflüsse auf den Wert Ihrer Anlage.
Auch die Quellensteuer auf eine Dividende verschwindet nicht durch einen anderen Börsenplatz. Für deutsche Anleger stellt die Schweizer Steuerverwaltung beispielsweise ein eigenes Verfahren zur Rückerstattung schweizerischer Verrechnungssteuer bereit.
Bei kleinen Positionen sollten Sie solchen Verwaltungsaufwand schon vor dem Kauf berücksichtigen. Eine breite Fondsanlage kann die individuelle Abwicklung vereinfachen; mögliche Quellensteuerbelastungen innerhalb des Fonds bleiben trotzdem relevant.
Handelswährung, Fondsdomizil und Anlagerisiko auseinanderhalten
Drei Angaben in Ordermaske und Fondsunterlagen sollten Sie auseinanderhalten:
- Handelswährung: Die Währung, in der Sie diese Notierung kaufen oder verkaufen.
- Fondsdomizil: Das Land, in dem der Fonds rechtlich aufgelegt wurde.
- Anlagegebiet: Die Märkte und Wertpapiere, in die der Fonds investiert.
Ein in Irland aufgelegter UCITS-ETF kann US-Aktien enthalten und in Euro auf Xetra gehandelt werden. Der Euro-Kauf allein macht ihn nicht währungsgesichert. Dafür wäre eine ausdrücklich abgesicherte Strategie oder Anteilsklasse erforderlich, deren Bedingungen Sie gesondert prüfen müssten.
Die grundsätzliche Produktauswahl behandeln unsere Leitfäden Was ist ein ETF? und UCITS-ETFs für Anleger in Deutschland. Die Wahl des Handelsplatzes folgt erst, wenn feststeht, welchen Fonds Sie überhaupt kaufen möchten.
Was deutsche Anleger steuerlich beachten sollten
Der Kauf über Xetra statt über Paris schafft keinen besonderen deutschen Steuervorteil. Für die persönliche Besteuerung sind insbesondere Ihre steuerliche Ansässigkeit, die Art des Wertpapiers und die erzielten Erträge entscheidend.
Für in Deutschland steuerlich ansässige Privatanleger gilt auf entsprechende steuerpflichtige Kapitalerträge grundsätzlich der gesonderte Steuertarif von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ausnahmen und die Günstigerprüfung regelt § 32d EStG.
Bei einem steuerlich qualifizierenden Aktienfonds sind im Privatvermögen grundsätzlich 30 Prozent der Investmenterträge teilfreigestellt. Diese Regel aus § 20 InvStG hängt nicht davon ab, welche Börsennotierung Sie für den Kauf gewählt haben.
Für die Abwicklung macht dagegen die depotführende Stelle einen Unterschied. Ein zum deutschen Steuerabzug verpflichtetes Institut übernimmt den entsprechenden Einbehalt nach den Regeln zum Kapitalertragsteuerabzug. Bei einem ausländischen Broker ohne deutschen Steuerabzug müssen Sie steuerpflichtige Erträge grundsätzlich selbst in der deutschen Steuererklärung berücksichtigen. Ein deutscher Börsenplatz macht einen ausländischen Broker nicht automatisch zu einer deutschen Steuerabzugsstelle.
Bei ETFs kann außerdem eine Vorabpauschale anfallen, auch ohne Verkauf. Sie betrifft unter den gesetzlichen Voraussetzungen sowohl thesaurierende als auch ausschüttende Fonds. Maßgeblich ist § 18 InvStG. Eine ausführliche Steuerberechnung ist daher eine eigene Aufgabe; die Börsenwahl löst sie nicht.
Die kurze Prüfung vor dem ersten Kauf
Für eine Einzelorder genügt ein geordneter Ablauf:
- ISIN kontrollieren: Ist es die gewünschte Anteilsklasse und Ertragsverwendung?
- Verfügbare Handelsplätze ansehen: Welche stehen in Ihrem Depot tatsächlich zur Auswahl?
- Gleiche Menge vergleichen: Reicht die angezeigte Liquidität für Ihre Stückzahl?
- Gesamtbetrag berechnen: Kaufpreis plus sämtliche anfallenden Gebühren und gegebenenfalls Umrechnungskosten.
- Limit und Gültigkeit festlegen: Der maximale Anteilspreis sollte zu Ihrem Budget passen; Gebühren zusätzlich einplanen.
- Abrechnung prüfen: Stückzahl, Ausführungspreis, Handelsplatz und Kosten mit dem Auftrag abgleichen.
Für einen kleinen monatlichen Sparplan liegt der Schwerpunkt anders: Prüfen Sie die Ausführungsgebühr, den angebotenen ETF, die Regeln für Bruchstücke und die Ausführungsbedingungen. Sie müssen dafür nicht jeden Monat mehrere Börsenkurse manuell vergleichen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen ETF an einer anderen Börse verkaufen als beim Kauf?
Das ist grundsätzlich möglich, wenn Ihr Broker den gewünschten Handelsplatz anbietet und die Bestände dort lieferbar sind. Bei unterschiedlichen Verwahr- oder Abwicklungswegen kann ein kostenpflichtiger Lagerstellenwechsel nötig werden. Prüfen Sie das besonders vor einem Kauf an einer Auslandsbörse.
Verbessert der Kauf desselben ETF an drei Börsen meine Diversifikation?
Nein. Sie halten weiterhin dieselbe Anteilsklasse mit denselben zugrunde liegenden Anlagen. Zusätzliche Börsenkäufe verändern die Handelswege, nicht die Streuung des Fondsportfolios.
Warum unterscheiden sich die Preise desselben ETF zwischen Handelsplätzen?
Die jeweils verfügbaren Kauf- und Verkaufsangebote können sich unterscheiden. Auch Zeitverzögerungen in der Kursanzeige spielen eine Rolle. Vergleichen Sie deshalb aktuelle Briefkurse für dieselbe Stückzahl und achten Sie darauf, ob ein Kurs nur verzögert angezeigt wird.
Kann ich beim Kauf von ETF-Bruchstücken immer ein Limit setzen?
Nein. Das hängt vom Broker und dessen Bruchstückmodell ab. Trade Republic beschreibt für den manuellen Bruchstückhandel beispielsweise ausschließlich Market-Orders. Die Details stehen in den Bedingungen zum Fractional Trading. Ein Sparplan folgt wiederum seinen eigenen Ausführungsregeln.
Ist Xetra dasselbe wie der Handelsplatz „Frankfurt“ in meiner App?
Nein. Xetra und Börse Frankfurt sind unterschiedliche Handelsangebote unter dem Dach der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie können getrennte Einträge in der Ordermaske haben, mit unterschiedlichen Kursen und Gebühren. Die Deutsche Börse erklärt beide Handelsplätze hier.
Muss ich eine offene Limit-Order neu einstellen, wenn der Kurs steigt?
Sie müssen sie nicht dem Markt hinterher anpassen. Solange Ihr Limit nicht ausführbar ist, kann die Order offen bleiben. Prüfen Sie ihre Gültigkeit und den Status, bevor Sie einen neuen Auftrag erteilen, damit nicht versehentlich zwei Kauforders gleichzeitig aktiv sind.
Haftungsausschluss: Die Informationen auf Finorum dienen Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine persönliche Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Recherchieren Sie stets selbst und ziehen Sie bei Bedarf eine qualifizierte Finanz- oder Steuerberatung hinzu. Rechenbeispiele sind keine Renditeprognosen.
Iva Buće ist Wirtschaftswissenschaftlerin aus Kroatien mit Schwerpunkt auf digitalem Marketing und Logistik. Sie verbindet analytische Genauigkeit mit kreativer Kommunikation, um Themen wie Investieren und Finanzbildung verständlich zu machen. Bei Finorum schreibt sie über Finanzen, Märkte und den Einfluss von Technologie auf Anlagestrends in Europa.
Sources & References
Broker comparisons & investing platforms
Additional educational resources
- Cashmarket.deutsche-boerse.com — Deutsche Börse erläutert die Ordertypen und ihre Ausführungsbedingungen
- Deutsche Börse im Handelskalender
- Estv.admin.ch — Verfahren zur Rückerstattung schweizerischer Verrechnungssteuer
- Euronext.com — offizielle Marktübersicht von Euronext
- Gesetze-im-internet.de — Kapitalertragsteuerabzug
- § 18 InvStG
- § 20 InvStG
- § 32d EStG
- Gettex.de — gettex gehört zur Börse München
- Live.deutsche-boerse.com — Deutsche Börse erklärt beide Handelsplätze hier
- Londonstockexchange.com — USD-Handelslinie eines Invesco-S&P-500-ETF
- Support.traderepublic.com — Bedingungen zum Fractional Trading
- Tradegatebsx.com — Tradegate Berlin Stock Exchange
- Trading.com





