Wie viel bleibt von Ihrem Bruttogehalt in Österreich tatsächlich übrig?
Mit dem Finorum Brutto-Netto-Rechner für Österreich können Sie Ihr voraussichtliches Nettogehalt nach Abzug von Lohnsteuer und gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträgen berechnen. Geben Sie Ihr monatliches oder jährliches Bruttogehalt ein und prüfen Sie neben dem Nettobezug auch die Dienstgeberbeiträge und die gesamten Beschäftigungskosten.
Eine Besonderheit des österreichischen Gehaltssystems sind die häufig vorgesehenen 14 Bezüge pro Jahr. Zusätzlich zu den zwölf laufenden Monatsgehältern erhalten viele Arbeitnehmer ein Urlaubsgeld und eine Weihnachtsremuneration. Diese Sonderzahlungen werden unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt behandelt.
| Bruttogehalt | 100% |
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| Nettogehalt | |
So verwenden Sie den Brutto-Netto-Rechner
Die Berechnung erfolgt in wenigen Schritten:
- Prüfen Sie, ob Österreich als Land ausgewählt ist.
- Wählen Sie zwischen Monats- und Jahresgehalt.
- Tragen Sie Ihr Bruttogehalt ein.
- Prüfen Sie die geschätzte Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge.
- Vergleichen Sie Bruttogehalt, Nettogehalt und Dienstgeberkosten.
Die Standardberechnung geht von einem in Österreich steuerlich ansässigen, unselbstständig Beschäftigten ohne Kinder, zusätzliche Einkünfte oder besondere Absetzbeträge aus.
Unterschied zwischen Brutto und Netto in Österreich
Das Bruttogehalt ist der Betrag vor Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherung. Das Nettogehalt ist jener Betrag, der nach den gesetzlichen Abzügen grundsätzlich zur Auszahlung verbleibt.
Vereinfacht gilt:
Nettogehalt = Bruttogehalt − Lohnsteuer − Dienstnehmerbeiträge
Bei einem österreichischen Stellenangebot sollte immer geprüft werden, ob das angegebene Jahresgehalt bereits 13. und 14. Bezug enthält. Ein Monatsgehalt von 3.500 Euro bei 14 Bezügen entspricht beispielsweise einem Jahresbrutto von 49.000 Euro und nicht von 42.000 Euro.
Einkommensteuertarif 2026
Österreich verwendet einen progressiven Einkommensteuertarif. Der jeweilige Grenzsteuersatz gilt nur für den Teil des steuerpflichtigen Einkommens innerhalb der betreffenden Tarifstufe.
Für 2026 gelten folgende Tarifstufen:
- bis 13.539 Euro: 0 %
- über 13.539 bis 21.992 Euro: 20 %
- über 21.992 bis 36.458 Euro: 30 %
- über 36.458 bis 70.365 Euro: 40 %
- über 70.365 bis 104.859 Euro: 48 %
- über 104.859 bis 1.000.000 Euro: 50 %
- über 1.000.000 Euro: 55 %
Der Spitzensteuersatz von 55 % ist derzeit bis einschließlich 2029 befristet. Absetzbeträge können die tatsächlich zu entrichtende Lohnsteuer reduzieren. Deshalb entspricht der höchste persönliche Grenzsteuersatz nicht der durchschnittlichen Steuerbelastung des gesamten Gehalts.
Die Tarifstufen werden vom österreichischen Bundesministerium für Finanzen veröffentlicht.
Sozialversicherung für Arbeitnehmer
Die Dienstnehmerbeiträge finanzieren insbesondere Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung. Hinzu kommen unter anderem Arbeiterkammerumlage und Wohnbauförderungsbeitrag.
Für einen gewöhnlichen Arbeiter oder Angestellten beträgt die reguläre Summe der Dienstnehmerbeiträge 2026 grundsätzlich 18,07 %. Bei niedrigeren laufenden Bezügen reduziert sich jedoch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung:
- bis 2.225 Euro monatlich: 0 %
- über 2.225 bis 2.427 Euro: 1 %
- über 2.427 bis 2.630 Euro: 2 %
- oberhalb dieser Grenze: regulärer Beitrag
Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage beträgt 2026 grundsätzlich 6.930 Euro. Für Sonderzahlungen gilt eine eigene jährliche Höchstbeitragsgrundlage von 13.860 Euro. Eine Übersicht stellt die Wirtschaftskammer Österreich bereit.
13. und 14. Gehalt
Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration werden häufig als 13. und 14. Gehalt bezeichnet. Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht automatisch für jedes Arbeitsverhältnis. Anspruch, Höhe und Auszahlungstermin ergeben sich normalerweise aus dem Kollektivvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem individuellen Arbeitsvertrag.
Sonderzahlungen innerhalb des steuerlichen Jahressechstels können nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge begünstigt besteuert werden. Übersteigt eine Sonderzahlung das Jahressechstel, kann der darüber hinausgehende Teil gemeinsam mit dem laufenden Bezug nach dem normalen Tarif versteuert werden.
Für begünstigte sonstige Bezüge gilt 2026 innerhalb der gesetzlichen Berechnung ein Freibetrag von 2.615 Euro. Wie Sonderzahlungen arbeitsrechtlich behandelt werden, erläutert das österreichische Regierungsportal. Die steuerliche Behandlung wird im Steuerbuch 2026 beschrieben.
Dienstgeberbeiträge und gesamte Beschäftigungskosten
Dienstgeberbeiträge werden zusätzlich zum Bruttogehalt entrichtet und verringern den ausgewiesenen Bruttobezug des Arbeitnehmers normalerweise nicht.
Die regulären Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung betragen für Arbeiter und Angestellte 2026 insgesamt 20,98 %. Zusätzlich können unter anderem folgende Abgaben anfallen:
- 1,53 % Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge
- Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds
- Kommunalsteuer
- Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag, abhängig vom Bundesland
Der tatsächliche Personalaufwand eines Unternehmens liegt deshalb deutlich über dem vereinbarten Bruttogehalt. Der Rechner weist die geschätzten Dienstgeberbeiträge und die gesamten Beschäftigungskosten getrennt aus.
Warum kann die Lohnabrechnung abweichen?
Das tatsächliche Nettogehalt kann unter anderem durch folgende Faktoren beeinflusst werden:
- Familienbonus Plus
- Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag
- Pendlerpauschale und Pendlereuro
- Sachbezüge
- Überstunden und Zuschläge
- zusätzliche Einkünfte
- Kirchenbeiträge und andere abzugsfähige Ausgaben
- Eintritt oder Austritt während des Jahres
- Höhe und Zeitpunkt von Sonderzahlungen
- anwendbarer Kollektivvertrag
Für eine zusätzliche Kontrolle stellt das Finanzministerium einen offiziellen Brutto-Netto-Rechner für 2026 bereit.
Häufig gestellte Fragen
Wird in Österreich das gesamte Einkommen mit dem höchsten Steuersatz besteuert?
Nein. Der höhere Steuersatz wird nur auf den Einkommensteil innerhalb der jeweiligen Tarifstufe angewendet.
Werden Gehälter in Österreich immer 14-mal ausgezahlt?
Nein. Die 14 Bezüge sind weit verbreitet, hängen aber vom Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag ab.
Ist das 13. und 14. Gehalt steuerfrei?
Nicht vollständig. Qualifizierende Sonderzahlungen können innerhalb der gesetzlichen Grenzen begünstigt besteuert werden.
Zeigt der Rechner auch die Dienstgeberkosten?
Ja. Dienstgeberbeiträge und gesamte Beschäftigungskosten werden getrennt vom Nettogehalt angezeigt.
Wichtiger Hinweis
Der Brutto-Netto-Rechner Österreich liefert eine unverbindliche Schätzung auf Grundlage typischer Beschäftigungsverhältnisse und der Regeln für 2026. Das Ergebnis ersetzt keine offizielle Lohnabrechnung oder persönliche Steuerberatung.
Brutto-Netto-Rechner Österreich
Matias Buće verfügt über eine formale Ausbildung im Verwaltungsrecht und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Analyse globaler Märkte, des Forex-Handels und persönlicher Finanzplanung. Sein juristischer Hintergrund prägt seinen Ansatz beim Investieren – mit einem Fokus auf Regulierung, Struktur und Risikomanagement. Bei Finorum schreibt er über ein breites Spektrum an Finanzthemen, von europäischen ETFs bis hin zu praktischen Strategien der persönlichen Finanzplanung für alltägliche Anleger.

