Investieren in Ungarn: Der vollständige Leitfaden für 2026

Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026

Ungarn gehört zu den europäischen Ländern mit einem eigenen steuerlich begünstigten Modell für langfristige Kapitalanlagen. Ein qualifizierendes Tartós Befektetési Számla (TBSZ) kann die persönliche Einkommensteuer auf Anlageerträge nach drei Jahren reduzieren und nach fünf Jahren vollständig entfallen lassen. Bei Verträgen, die nach dem 31. Dezember 2024 eröffnet oder verlängert wurden, kann eine vorzeitige Verfügung zusätzlich Sozialbeitragsteuer auslösen.

Anleger mit Wohnsitz in Ungarn können über heimische Banken, lokale Investmentgesellschaften und internationale EWR-Broker investieren. Grundsätzlich besteht Zugang zu ungarischen und internationalen Aktien, Anleihen, Investmentfonds und UCITS-ETFs.

Dieser Leitfaden richtet sich an Privatpersonen, die in Ungarn steuerlich ansässig sind und im Privatvermögen investieren. Brokerverfügbarkeit, TBSZ-Unterstützung, Gebühren und steuerliche Behandlung können sich ändern. Vor einer Kontoeröffnung sollten daher die aktuellen Bedingungen und die zuständige Rechtseinheit geprüft werden.

Die Investmentlandschaft in Ungarn

Ungarische Privatanleger nutzen typischerweise:

  • gewöhnliche Wertpapierdepots;
  • langfristige TBSZ-Anlagekonten;
  • heimische Bank- und Investmentplattformen;
  • internationale Onlinebroker;
  • ungarische Staatsanleihen;
  • UCITS-ETFs und Investmentfonds; und
  • NYESZ-Altersvorsorgekonten, deren gesonderte Voraussetzungen in diesem Leitfaden nicht ausführlich behandelt werden.

Die Magyar Nemzeti Bank (MNB) reguliert und beaufsichtigt das ungarische Finanzsystem und stellt Verbraucherinformationen bereit. Die ungarische Steuer- und Zollverwaltung NAV ist für die persönliche Besteuerung und die Meldung von TBSZ-Konten zuständig.

Investmentsteuern berechnen

Schätzen Sie ein mögliches steuerpflichtiges Ergebnis mit dem Kapitalertragsteuer-Rechner für Ungarn.

Das Ergebnis dient ausschließlich der Orientierung. Die tatsächliche ungarische Steuer hängt von der Art der Einkünfte, der Einstufung als kontrollierte Kapitalmarkttransaktion, dem Alter des TBSZ, den Regeln zur Sozialbeitragsteuer, ausländischer Quellensteuer und möglichen Steuerausgleichsmechanismen ab.

Verfügbare Broker für Anleger mit Wohnsitz in Ungarn

Anleger mit Wohnsitz in Ungarn können zwischen internationalen Brokern, heimischen Plattformen, klassischen Bankbrokern und Anbietern gehebelter Produkte wählen.

Internationale Investmentbroker

BrokerAllgemeine VerfügbarkeitAktienETFsBruchstückeWichtigster Prüfpunkt
Interactive BrokersIn der Regel verfügbarJaJaJa, für geeignete WertpapiereUngarischer TBSZ und Steuerberichterstattung
Trading 212In der Regel verfügbarJaJaJaInvest-Konto oder CFD-Konto
XTBIn der Regel verfügbarProduktabhängigProduktabhängigProduktabhängigZugrunde liegende Wertpapiere oder CFDs
eToroIn der Regel verfügbarProduktabhängigProduktabhängigJa, für geeignete InstrumenteEigentum am Basiswert oder CFD-Engagement
SaxoIn der Regel verfügbarJaJaEingeschränktRechtseinheit, Kosten und TBSZ-Verfügbarkeit
SwissquoteÜber geeigneten EU-Service in der Regel verfügbarJaJaEingeschränktKontoeröffnung für Ungarn und Sicherungssystem
Freedom24In der Regel verfügbarJaJaEingeschränktGebühren, Verwahrung und Steuerunterlagen
DEGIRODerzeit nicht bestätigtKeine verlässlich bestätigte KontoeröffnungKeine verlässlich bestätigte KontoeröffnungNeinUngarn fehlt in der geprüften veröffentlichten Wohnsitzliste
LYNXDerzeit nicht bestätigtPrüfenPrüfenPrüfenAktuelle Aufnahme ungarischer Kunden
Trade RepublicDerzeit nicht bestätigtPrüfenPrüfenPrüfenUngarn gehört nicht zu den geprüften bestätigten Märkten

„In der Regel verfügbar“ garantiert nicht, dass jeder Antragsteller angenommen wird. Wohnsitz, Staatsangehörigkeit, Steuerstatus und die Compliance-Richtlinien des jeweiligen Anbieters können die Kontoeröffnung beeinflussen.

Interactive Brokers

Interactive Brokers bietet einen breiten Zugang zu internationalen Märkten und stellt für geeignete Anleger in Ungarn eine TBSZ-Lösung bereit. Nutzer sollten das Eröffnungsjahr des TBSZ, ihre Meldepflichten gegenüber der NAV, die verfügbaren Produkte sowie die Frage prüfen, ob bestimmte Bruchstückpositionen übertragen oder innerhalb des TBSZ gehalten werden können.

Trading 212

Trading 212 bietet ein Invest-Konto für geeignete zugrunde liegende Aktien und ETFs sowie einen separaten CFD-Service. Entscheidend ist die im Orderticket ausgewiesene rechtliche Produktart: Sie bestimmt, ob der Kunde tatsächlich ein Wertpapier besitzt oder lediglich ein Derivateengagement eingeht.

XTB

Das Produktangebot von XTB hängt von der zuständigen Kundengesellschaft und Rechtsordnung ab. Manche Instrumente können echte Aktien oder ETFs darstellen, andere CFDs. Die ungarische steuerliche Behandlung sollte sich nach dem tatsächlichen Vertrag richten und nicht nach dem Namen des zugrunde liegenden Vermögenswerts.

eToro

eToro bietet sowohl Wertpapierengagements als auch CFDs an. Ob Eigentum am Basiswert entsteht, kann vom Instrument, Hebel, der Handelsrichtung und der zuständigen Gesellschaft abhängen. Anleger sollten Positionstyp und Steuerunterlagen vor dem Handel prüfen.

Saxo

Saxo bietet internationalen Zugang zu Aktien, ETFs, Anleihen und weiteren Instrumenten. Ungarische Kunden sollten Vertragspartner, Währungs- und Depotkosten sowie die Frage klären, ob ein beworbenes Kontomodell tatsächlich als ungarischer TBSZ qualifiziert.

Swissquote

Swissquote bietet über regulierte Gesellschaften der Gruppe Zugang zu mehreren Märkten. Ungarische Anleger sollten die zuständige Rechtseinheit, die aktuelle Möglichkeit zur Kontoeröffnung, die Gesamtkosten und das anwendbare Entschädigungssystem prüfen.

Freedom24

Freedom24 bietet internationale Aktien und ETFs an. Interessenten sollten Ausführungsplätze, Verwahrung, Auszahlungs- und Übertragungsgebühren sowie ihre Verantwortung für die ungarische Steuerberechnung prüfen.

DEGIRO, LYNX und Trade Republic

Diese Anbieter sollten ohne aktuelle Bestätigung nicht als zuverlässig für Anleger mit Wohnsitz in Ungarn verfügbar dargestellt werden. Die Länderabdeckung kann sich ändern. Interessenten sollten deshalb die offizielle Wohnsitzauswahl des jeweiligen Anbieters nutzen und sich nicht auf unabhängige Verfügbarkeitslisten verlassen.

Heimische Investmentplattformen

AnbieterTypTypisches AngebotWichtigster Prüfpunkt
EquilorUngarische InvestmentgesellschaftAktien, Anleihen, Fonds, TBSZ und NYESZMindestbeträge, Tarif und Marktabdeckung
LightyearDigitale Investmentplattform mit ungarischem TBSZAktien, ETFs und TBSZ-FunktionalitätInstrumentenangebot und Übertragungsregeln
Concorde SecuritiesUngarische InvestmentgesellschaftBrokerage, Investmentdienstleistungen und PortfoliolösungenServiceumfang für Privatanleger und Gebühren
Erste Befektetési Zrt.Ungarische Investmentgesellschaft der Erste GroupHeimische und internationale Wertpapiere, TBSZ und NYESZKontopreise und Integration mit Erste
K&H ÉrtékpapírUngarische Niederlassung eines WertpapierdienstleistersWertpapiere, ETFs und KontodienstleistungenBelgisches Sicherungssystem und TBSZ-Bedingungen

Equilor

Equilor ist eine ungarische Investmentgesellschaft und bietet heimische sowie internationale Wertpapierdienstleistungen und steuerbegünstigte Kontomodelle an. Anleger sollten aktuelle Mindestanlagebeträge, Depotkosten und die verfügbaren Handelsplätze prüfen.

Lightyear

Lightyear bietet appbasiertes Investieren und ein ungarisches TBSZ-Produkt. Auch ein digital oder über einen ausländischen Anbieter geführtes TBSZ muss die ungarischen gesetzlichen und meldebezogenen Voraussetzungen erfüllen. Nutzer sollten Vertrag und NAV-Bestätigung sorgfältig aufbewahren.

Concorde Securities

Concorde bietet ungarisches Brokerage und weitergehende Investmentdienstleistungen an. Privatkunden sollten verfügbare Kontotypen, Marktzugang, Beratungsstatus und die aktuelle Gebührenstruktur prüfen.

Erste Befektetési Zrt.

Die ungarische Investmentgesellschaft von Erste bietet Wertpapierkonten, TBSZ und NYESZ mit Zugang zu heimischen und ausländischen Märkten an. Konto-, Depot- und Transaktionskosten unterscheiden sich je nach Service.

K&H Értékpapír

K&H Értékpapír ist über die ungarische Niederlassung von KBC Securities tätig. Anleger sollten beachten, dass das Entschädigungssystem dem belgischen Herkunftsland folgen kann und nicht zwingend dem ungarischen BEVA. Maßgeblich sind die konkreten Vertragsunterlagen.

Klassische Bankbroker

Bank oder BankengruppeBrokerage-ModellTypischer InvestmentzugangWichtigster Prüfpunkt
OTP Bank / OTP-WertpapierdienstleistungenBrokerage innerhalb einer ungarischen BankUngarische und internationale Wertpapiere, Fonds und TBSZTarif, Verwahrung und verfügbare Börsen
Erste Bank / Erste Befektetési Zrt.Bankengruppe mit spezialisierter InvestmentgesellschaftAktien, Anleihen, Fonds, TBSZ und NYESZWelche Gesellschaft der Gruppe das Konto führt
K&H Bank / K&H ÉrtékpapírBankengruppe und Wertpapierdienstleistungs-NiederlassungWertpapiere, ETFs, Fonds und TBSZSicherungssystem des Herkunftsstaats
UniCredit Bank HungaryBankbasierter WertpapierdienstAktien, Anleihen, Fonds und TBSZProduktangebot und Depotkosten
MBH BankIntegrierter Bank- und InvestmentserviceHeimische Wertpapiere, Fonds und SparprodukteUmfang des direkten Brokerages und Preisgestaltung

Klassische Bankbroker können Überweisungen, ungarischsprachigen Service und heimische Steuerunterlagen vereinfachen. Dieser Komfort sollte jedoch gegen Orderprovisionen, Depotkosten, Zugang zu ausländischen Märkten, Währungsumrechnung und TBSZ-Gebühren abgewogen werden.

CFD- und Forex-Broker

AnbieterAllgemeine VerfügbarkeitWichtigster Prüfpunkt
XTBIn der Regel verfügbarCFDs oder zugrunde liegende Wertpapiere
IGIn der Regel verfügbarÜberwiegend gehebelte Produkte
CMC MarketsIn der Regel verfügbarSchwerpunkt auf CFDs
Plus500In der Regel verfügbarSchwerpunkt auf CFDs
PepperstoneIn der Regel verfügbarSchwerpunkt auf Forex und CFDs
AvaTradeIn der Regel verfügbarSchwerpunkt auf Forex und CFDs
AdmiralsIn der Regel verfügbarProdukte abhängig von der Rechtseinheit
FP MarketsKontoeröffnung prüfenRechtseinheit und grenzüberschreitende Zulassung
Trading.comKontoeröffnung prüfenEWR-Gesellschaft und ungarisches Produktangebot
eToroIn der Regel verfügbarCFD oder zugrunde liegender Vermögenswert

CFDs sind gehebelte Derivate und vermitteln kein Eigentum an der zugrunde liegenden Aktie oder dem ETF. Die EU-Vorschriften für Privatanleger umfassen unter anderem Hebelbegrenzungen, Margin-Close-out, Schutz vor negativem Kontostand und standardisierte Risikohinweise. Dennoch können Verluste schnell entstehen.

ETF-Investments aus Ungarn

Welche ETFs sind verfügbar?

Anleger mit Wohnsitz in Ungarn haben grundsätzlich Zugang zu:

  • UCITS-ETFs mit Domizil in Irland und Luxemburg;
  • thesaurierenden und ausschüttenden Anteilsklassen;
  • globalen, regionalen, Anleihen-, Branchen- und Themen-ETFs;
  • ETFs über gewöhnliche Wertpapierdepots; und
  • zulässigen ETFs innerhalb des TBSZ-Angebots eines Anbieters.

Der UCITS-Status garantiert weder Kapitalerhalt noch automatisch eine günstige steuerliche Behandlung. Anleger sollten Indexkonstruktion, Fondsdomizil, Replikationsmethode, Fondsvolumen, Kosten, Spread, Währungsrisiken und Ausschüttungspolitik prüfen.

Können Anleger aus Ungarn US-ETFs kaufen?

Die meisten ungarischen Privatanleger können über einen EU-regulierten Broker die meisten in den USA domizilierten ETFs nicht kaufen. Die europäische PRIIPs-Verordnung verlangt grundsätzlich ein Basisinformationsblatt, bevor ein verpacktes Anlageprodukt Privatanlegern angeboten wird. Der Vertrieb muss außerdem die jeweils geltenden Sprachanforderungen erfüllen; auf dem ungarischen Markt bedeutet das im Regelfall entsprechende ungarischsprachige Anlegerinformationen.

Viele US-ETF-Anbieter stellen kein konformes KID bereit. Anleger können stattdessen auf UCITS-Fonds zurückgreifen, die vergleichbare Indizes abbilden. Für professionelle Kunden können andere Regeln gelten; die professionelle Einstufung unterliegt jedoch regulatorischen Voraussetzungen.

Beispiele breit diversifizierter UCITS-ETFs

ETFISINAnlageuniversum
iShares Core MSCI World UCITS ETFIE00B4L5Y983Industrieländer
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF AccIE00BK5BQT80Globale Industrie- und Schwellenländer
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF DistIE00B3RBWM25Globale Industrie- und Schwellenländer
iShares Core S&P 500 UCITS ETFIE00B5BMR087Große US-Unternehmen
Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETFIE00BTJRMP35Schwellenländer

Diese Beispiele stellen weder Empfehlungen noch eine verifizierte Rangliste ungarischer Anlegerbestände dar. Entscheidend ist die konkrete Anteilsklasse anhand der ISIN. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob der jeweilige Anbieter das Produkt innerhalb des gewählten TBSZ zulässt.

Steuerliche Behandlung von ETFs

Gewöhnliches steuerpflichtiges Konto

Das steuerliche Ergebnis hängt von der Einordnung der Erträge ab. Ein Verkauf über einen qualifizierenden Broker und Markt kann als kontrollierte Kapitalmarkttransaktion (ellenőrzött tőkepiaci ügylet, ETÜ) gelten. Der jährliche Nettogewinn daraus unterliegt grundsätzlich einer persönlichen Einkommensteuer von 15 %. Es wäre falsch, auf jeden Aktien- oder ETF-Veräußerungsgewinn automatisch zusätzlich 13 % Sozialbeitragsteuer aufzuschlagen.

Barausschüttungen eines ETFs müssen dagegen als Dividenden, Zinseinkünfte oder eine andere Einkunftsart eingeordnet werden. Diese Klassifikation entscheidet darüber, ob Sozialbeitragsteuer anfällt und ob eine Beitragsobergrenze gilt.

Thesaurierende ETFs

Ein thesaurierender ETF reinvestiert die Fondserträge. Allein aufgrund dieser Wiederanlage erhält der Anleger grundsätzlich keine Barausschüttung. Ein späterer Verkauf kann jedoch steuerpflichtige ETÜ-Einkünfte oder eine andere Form von Kapitalgewinn auslösen, abhängig von Transaktion und Anbieter.

Ausschüttende ETFs

Ein ausschüttender ETF zahlt Erträge an den Anleger aus. Diese Zahlung wird nicht automatisch genauso behandelt wie ein Gewinn aus dem Verkauf von Aktien. Rechtsform, Domizil, Produktunterlagen und Charakter der Zahlung müssen geprüft werden.

ETFs im TBSZ

Erträge und Veräußerungsgewinne aus geeigneten ETFs, die innerhalb eines ordnungsgemäß geführten TBSZ verbleiben, können von den besonderen TBSZ-Steuersätzen profitieren. Ausländische Quellensteuer, die bereits vor Eingang der Zahlung auf dem Konto einbehalten wurde, wird durch die ungarische TBSZ-Befreiung jedoch nicht automatisch beseitigt und kann unter Umständen nicht vollständig zurückgefordert werden.

Ein Investmentkonto eröffnen

1. Gewöhnliches Konto oder TBSZ wählen

Ein TBSZ ist für Kapital gedacht, das mehrere Jahre gebunden bleiben kann. Ein gewöhnliches Depot bietet größere Flexibilität bei Auszahlungen, erhält dafür aber nicht die Steuerbefreiung bei TBSZ-Fälligkeit.

2. Anbieter vergleichen

Vergleichen Sie TBSZ-Unterstützung, verfügbare Märkte, geeignete ETFs, Depot-, Transaktions- und Währungskosten, ungarische Steuerberichte, Übertragungsregeln und Anlegerentschädigung.

3. Unterlagen vorbereiten

Anbieter verlangen üblicherweise Identitätsdokumente, einen Adressnachweis, die ungarische Steueridentifikationsnummer, Angaben zur Steuerresidenz, Kontaktdaten und ein verknüpftes Bankkonto.

4. Verifizierung abschließen und Konto finanzieren

Der Anbieter führt Identitäts- und Geldwäscheprüfungen durch. Für ein TBSZ ist eine Mindesteinzahlung von 25.000 HUF oder dem entsprechenden Betrag in einer Fremdwährung erforderlich. Weitere Einzahlungen sind nur während des Ansparjahres möglich.

5. Steuer- und Kontounterlagen aufbewahren

Bewahren Sie TBSZ-Vertrag, Eröffnungs- und Einzahlungsnachweise, NAV-Meldung, Kontoauszüge, Transaktionsbestätigungen, Ausschüttungsdaten und Nachweise über ausländische Steuern auf.

Steuerliche Folgen für Anleger

Kontrollierte Kapitalmarkttransaktionen

Sind die gesetzlichen ETÜ-Voraussetzungen erfüllt, ergibt sich das steuerpflichtige Einkommen aus der Summe der im Jahr realisierten Transaktionsgewinne abzüglich der realisierten Verluste und zulässigen Brokergebühren. Das positive Jahresergebnis wird grundsätzlich mit 15 % Einkommensteuer besteuert.

Anbieter, Transaktion und die Anforderungen an den Informationsaustausch sind entscheidend. Ein Geschäft sollte nicht allein deshalb als ETÜ behandelt werden, weil es über einen Onlinebroker ausgeführt wurde.

ETÜ-Verluste und Steuerausgleich

Ein ordnungsgemäß erklärter jährlicher ETÜ-Verlust kann nach der anwendbaren Berechnung einen Steuerausgleich mit ETÜ-Steuer des Verlustjahres oder der folgenden zwei Jahre ermöglichen. Die Hinweise der NAV zur Steuererklärung bestätigen den entsprechenden Zweijahresmechanismus.

Es handelt sich nicht um einen allgemeinen Verlustabzug von Arbeitslohn oder anderen Einkünften. Verluste müssen in der jeweiligen Jahressteuererklärung angegeben werden, damit sie später berücksichtigt werden können.

Dividenden

Dividendeneinkünfte unterliegen grundsätzlich 15 % Einkommensteuer. Zusätzlich kann eine Sozialbeitragsteuer von 13 % (szocho) anfallen, bis die Person die gesetzliche jährliche Beitragsobergrenze für die darin einbezogenen Einkünfte erreicht.

Ausländische Steuern können nur innerhalb der ungarischen gesetzlichen und abkommensrechtlichen Grenzen angerechnet werden. Überhöhte Quellensteuer lässt sich nicht zwangsläufig über die ungarische Steuererklärung zurückholen.

Zinseinkünfte

Zinseinkünfte unterliegen grundsätzlich einer persönlichen Einkommensteuer von 15 %. Nach den seit dem 1. Juli 2023 geltenden und in den NAV-Hinweisen für 2026 weiterhin beschriebenen Regeln fällt auf viele erfasste Zinseinkünfte zusätzlich 13 % szocho an, grundsätzlich ohne jene jährliche Obergrenze, die für bestimmte andere Einkunftsarten gilt.

Ausnahmen bestehen unter anderem für bestimmte ungarische Staatsanleihen für Privatanleger und andere gesetzlich ausgenommene Erträge.

Die NAV erläutert die zusätzliche Belastung in ihren Hinweisen zur Sozialbeitragsteuer auf Zinseinkünfte.

US-Dividenden nach Beendigung des Doppelbesteuerungsabkommens

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Ungarn gilt seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr für entsprechende Quellensteuerzahlungen. Der US Internal Revenue Service weist darauf hin, dass Zahlstellen für Zahlungen ab diesem Zeitpunkt keine Abkommensvergünstigungen mehr berücksichtigen dürfen.

Ein in Ungarn ansässiger Anleger kann bei direkt bezogenen US-Dividenden deshalb dem regulären US-Quellensteuersatz von 30 % statt des früheren Abkommenssatzes unterliegen. Eine mögliche Anrechnung und zusätzliche ungarische Besteuerung muss nach innerstaatlichem Recht beurteilt werden. Der Wegfall des Abkommens kann direkt gehaltene US-Dividendenaktien steuerlich weniger attraktiv machen.

Welteinkommen und ausländische Broker

Ungarische Steuerresidenten werden grundsätzlich auf ihr weltweites Einkommen besteuert. Ein ausländischer Broker kann Kontoauszüge und Berichte bereitstellen, ohne den ungarischen ETÜ-Gewinn, die szocho, Steueranrechnungen oder TBSZ-Folgen zu berechnen. Fehlende Angaben müssen im vorausgefüllten NAV-Steuerentwurf ergänzt werden.

Die Frist für die jährliche Einkommensteuererklärung und Steuerzahlung endet grundsätzlich am 20. Mai des Folgejahres. Auch ein vorausgefüllter Steuerentwurf muss kontrolliert und ergänzt werden, wenn ausländische Investmentdaten fehlen.

Einen umfassenderen Überblick bietet der Steuerleitfaden für Ungarn.

TBSZ: Ungarns langfristiges Investmentkonto

Ansparjahr und Haltedauer

Das Kalenderjahr, in dem ein TBSZ eröffnet wird, ist das Ansparjahr. Einzahlungen sind bis zum 31. Dezember dieses Jahres möglich. Während der anschließenden Haltedauer können grundsätzlich keine neuen externen Einzahlungen mehr vorgenommen werden.

Für ein 2026 eröffnetes TBSZ gilt:

PhaseDatumFolge bei Einhaltung der Voraussetzungen
Ende des Ansparjahres31. Dezember 2026Fenster für externe Einzahlungen endet
Dreijähriger Haltezeitpunkt31. Dezember 2029Reduzierte Steuer kann gelten; gesetzlich zulässige teilweise Fortführung möglich
Fünfjährige Fälligkeit31. Dezember 2031Qualifizierende TBSZ-Erträge können steuerfrei werden

Ein sogenanntes „Fünfjahres-TBSZ“ kann für Geld, das früh im Ansparjahr eingezahlt wurde, daher praktisch fast sechs Kalenderjahre umfassen.

Steuersätze für TBSZ-Verträge nach 2024

Für TBSZ-Verträge, die nach dem 31. Dezember 2024 eröffnet oder verlängert wurden, gelten für qualifizierende TBSZ-Erträge grundsätzlich folgende Sätze:

Ende der BindungEinkommensteuerSzochoGesamtbelastung
Vor dem Dreijahreszeitpunkt15 %13 %28 %
Ab drei Jahren, aber vor der fünfjährigen Fälligkeit10 %8 %18 %
Bei fünfjähriger Fälligkeit0 %0 %0 %

Die NAV bestätigt in ihren offiziellen Hinweisen zur Szocho beim TBSZ, dass die neue Sozialbeitragsteuer für Verträge gilt, die nach dem 31. Dezember 2024 abgeschlossen oder verlängert wurden.

TBSZ-Verträge, die spätestens am 31. Dezember 2024 eröffnet oder verlängert wurden, unterliegen nicht automatisch der neuen szocho-Regel bei vorzeitigem Zugriff. Für die Steuerberechnung muss daher das konkrete Vertragsjahr berücksichtigt werden.

Auszahlungen und teilweise Fortführung

Werden Bargeld oder Wertpapiere vor einem zulässigen Zeitpunkt entnommen, wird die Bindung grundsätzlich beendet und der TBSZ-Ertrag steuerlich realisiert. Nach Ablauf von drei Jahren kann der Kontoinhaber grundsätzlich einen Teil entnehmen und den verbleibenden Betrag fortführen, sofern die gesetzlichen und anbieterspezifischen Verfahren eingehalten werden.

Eine beliebige Teilentnahme zu einem anderen Zeitpunkt sollte nicht als automatisch zulässig angesehen werden.

Meldung eines TBSZ bei einem ausländischen Anbieter

Ein TBSZ bei einem ausländischen Investmentanbieter muss der NAV gemeldet werden. Nach den Vorgaben der NAV sind Vertrag und anfänglich eingezahlter Betrag innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Einzahlung anzuzeigen. Auch bei einer qualifizierenden TBSZ-Übertragung unter Beteiligung eines ausländischen Anbieters gilt eine 30-Tage-Meldefrist.

Der aktuelle elektronische Meldeweg steht über die TBSZ-Seite der NAV zur Verfügung. Eine fehlerhafte oder verspätete Meldung kann die gewünschte steuerliche Behandlung gefährden. Der Nachweis der Übermittlung sollte daher aufbewahrt werden.

TBSZ beseitigt ausländische Quellensteuer nicht

Die ungarische Steuerbefreiung bezieht sich auf qualifizierende TBSZ-Erträge. Sie verpflichtet einen ausländischen Staat nicht dazu, bereits vor Eingang einer Dividende einbehaltene Quellensteuer zu erstatten. Dies ist insbesondere bei US-Dividenden seit dem Wegfall des Doppelbesteuerungsabkommens relevant.

Regulierung und Anlegerschutz

Magyar Nemzeti Bank

Die MNB beaufsichtigt ungarische Banken, Investmentgesellschaften und Märkte und bietet eine Institutionssuche an. EWR-Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, werden grundsätzlich hauptsächlich von ihrer Heimataufsicht überwacht.

Maßgeblich sind die konkrete Rechtseinheit und das Sicherungssystem. Diese sollten nicht allein aus einer ungarischsprachigen Benutzeroberfläche oder lokalem Marketing abgeleitet werden.

BEVA-Anlegerentschädigung

Kann ein BEVA-Mitglied qualifizierende Kundengelder oder Wertpapiere nicht zurückgeben, besteht grundsätzlich eine Entschädigung von bis zu 100.000 € pro Anleger und Mitglied. Die MNB erläutert, dass die ersten 1 Mio. HUF zu 100 % und der darüber hinausgehende Betrag zu 90 % bis zur Gesamthöchstgrenze entschädigt werden. Weitere Informationen enthält die MNB-Übersicht zum Anlegerschutz.

BEVA schützt nicht vor Marktverlusten oder der Insolvenz eines Wertpapieremittenten. Ein EWR-Broker oder eine ungarische Niederlassung kann stattdessen dem Sicherungssystem des Herkunftsstaats angehören.

Einlagensicherung

Geschützte Bankeinlagen sind über den National Deposit Insurance Fund (OBA) grundsätzlich bis zu 100.000 € pro Einleger und Bank abgesichert. Diese Einlagensicherung schützt Bankguthaben, nicht den Marktwert von Aktien, ETFs oder Anleihen.

Trennung von Kundenvermögen

Regulierte Investmentanbieter müssen Kundenvermögen nach den geltenden Vorschriften schützen. Die getrennte Verwahrung verringert das Risiko, dass Wertpapiere Teil des Eigenvermögens des Anbieters werden. Sie beseitigt jedoch keine Verwahrungs-, Betrugs-, Abstimmungs- oder Rückabwicklungsrisiken.

Ist Ungarn ein guter Standort für Anleger?

Ungarn kann für langfristig orientierte Anleger, die ein TBSZ korrekt nutzen können, besonders attraktiv sein. Bei gewöhnlichen Konten erfordern die Einordnung verschiedener Einkunftsarten und ausländische Quellensteuer jedoch besondere Aufmerksamkeit.

Vorteile

  • Steuerbefreiung im TBSZ nach fünf Jahren;
  • reduzierte TBSZ-Steuersätze nach dem Dreijahreszeitpunkt;
  • Zugang zu heimischen und internationalen Brokern;
  • breite Verfügbarkeit von UCITS-ETFs;
  • ungarische Banken und unabhängige Investmentplattformen;
  • 15 % Steuer auf qualifizierende ETÜ-Nettogewinne; und
  • BEVA-Anlegerentschädigung bis zu 100.000 € für qualifizierende Forderungen.

Nachteile

  • bei nach 2024 abgeschlossenen TBSZ-Verträgen fällt bei vorzeitigem Zugriff szocho an;
  • das Ansparjahr verlängert die praktische Bindungsdauer;
  • die Meldung eines ausländischen TBSZ ist fristgebunden;
  • gewöhnliche Dividenden und viele Zinseinkünfte können zusätzlich mit szocho belastet werden;
  • das Ende des US-Doppelbesteuerungsabkommens führt zu hoher Quellensteuer auf direkte US-Dividenden;
  • einige große europäische Neo-Broker sind für Ungarn nicht bestätigt verfügbar; und
  • die meisten in den USA domizilierten ETFs bleiben für Privatanleger nicht zugänglich.

Für welche Anlegertypen eignet sich Ungarn?

Ungarn kann sich für langfristig orientierte ETF- und Aktienanleger eignen, die ihre Vermögenswerte innerhalb eines TBSZ bis zur Fälligkeit halten können, ebenso für Personen, die ungarische Anbieter wegen der einfacheren Steuerabwicklung bevorzugen und bereit sind, Ansparjahr und Fälligkeitsregeln genau zu beachten.

Weniger geeignet ist das Modell für Geld, das voraussichtlich vorzeitig benötigt wird, oder für Strategien, die stark auf direkte US-Dividenden angewiesen sind.

Ungarn mit anderen Ländern vergleichen

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Fazit

Das ungarische TBSZ gehört zu den stärksten langfristigen steuerlichen Anreizen für Privatanleger in Europa und kann die ungarische Steuer auf qualifizierende Erträge bei Fälligkeit vollständig auf null reduzieren. Dieser Vorteil setzt jedoch eine korrekte Kontoeröffnung, rechtzeitige Meldung, die Einhaltung der Einzahlungsfristen und disziplinierte Entnahmen voraus.

Außerhalb eines TBSZ wird nicht jeder Anlageertrag pauschal mit 28 % besteuert. Kontrollierte Kapitalmarkttransaktionen, Dividenden und Zinsen unterliegen unterschiedlichen Regeln. Gleichzeitig kann ausländische Quellensteuer – insbesondere bei US-Dividenden – das tatsächliche Ergebnis erheblich verändern.

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Haftungsausschluss

Dieser Leitfaden dient ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Die ungarische steuerliche Behandlung hängt von der Steuerresidenz, der Einkunftsart, dem Broker- und Marktstatus, dem Eröffnungsjahr des TBSZ, ausländischer Quellensteuer und den individuellen Umständen ab. Brokerverfügbarkeit, Produkte, Gebühren und regulatorische Vorschriften können sich ändern. Prüfen Sie aktuelle Informationen beim jeweiligen Anbieter, bei MNB und NAV oder wenden Sie sich vor einer Entscheidung an einen qualifizierten Berater.

Matias Buće verfügt über eine formale Ausbildung im Verwaltungsrecht und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Analyse globaler Märkte, des Forex-Handels und persönlicher Finanzplanung. Sein juristischer Hintergrund prägt seinen Ansatz beim Investieren – mit einem Fokus auf Regulierung, Struktur und Risikomanagement. Bei Finorum schreibt er über ein breites Spektrum an Finanzthemen, von europäischen ETFs bis hin zu praktischen Strategien der persönlichen Finanzplanung für alltägliche Anleger.

Sources & References

EU regulations & taxation

Additional educational resources

trading.com
→ Index
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