Irland verbindet ein vergleichsweise attraktives Körperschaftsteuersystem mit einem der außergewöhnlichsten Besteuerungsmodelle für Kapitalanlagen in Europa. Während die meisten Kapitalgewinne mit 33 % besteuert werden, unterliegen viele ETFs und Investmentfonds den besonderen Offshore-Fund-Regeln, die zu einer Steuerbelastung von 38 % sowie zu einer fiktiven Veräußerung nach acht Jahren führen können (Revenue, 2026).
Für Investoren, Expats, Arbeitnehmer, Freiberufler und digitale Nomaden ist es daher besonders wichtig, diese Unterschiede zu verstehen. Das irische Steuersystem umfasst unter anderem Einkommensteuer, Universal Social Charge (USC), Pay Related Social Insurance (PRSI), Kapitalertragsteuer (CGT), Capital Acquisitions Tax (CAT), Umsatzsteuer (VAT) sowie die Local Property Tax (LPT) (Revenue, 2026).
Steuerüberblick – Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick
| Steuerart | Steuersatz | Hinweise |
|---|---|---|
| Einkommensteuer | 20 %–40 % | Progressiver Tarif (Revenue, 2026) |
| Kapitalertragsteuer (CGT) | 33 % | Für die meisten Kapitalgewinne (Revenue, 2025) |
| Besteuerung von ETFs und Offshore-Fonds | 38 % | Viele ETFs unterliegen den Offshore-Fund-Regeln (Revenue, 2026) |
| Quellensteuer auf Dividenden | 25 % | Anrechenbare Quellensteuer (Revenue, 2026) |
| Besteuerung von Zinserträgen | 33 % | DIRT-Steuersatz (Revenue, 2026) |
| Umsatzsteuer – Regelsatz | 23 % | Regulärer Mehrwertsteuersatz (Revenue, 2025) |
| Ermäßigte Umsatzsteuersätze | 13,5 %, 9 %, 4,8 % | Für bestimmte Waren und Dienstleistungen |
| Arbeitnehmer-PRSI | 4,20 % | Erhöhung auf 4,35 % ab Oktober 2026 |
| Arbeitgeber-PRSI | 9,0 % / 11,25 % | Abhängig vom Einkommen |
| Körperschaftsteuer | 12,5 % | Für operative Geschäftstätigkeit |
| Körperschaftsteuer auf passive Einkünfte | 25 % | Für nicht operative Einkünfte |
| Immobiliensteuer | Local Property Tax (LPT) | Bemisst sich nach dem Immobilienwert |
| Erbschaft- und Schenkungsteuer | 33 % | Oberhalb der CAT-Freibeträge |
| Vermögensteuer | Keine | Keine allgemeine Vermögensteuer |
| Steuerjahr | Kalenderjahr | 1. Januar bis 31. Dezember |
| Abgabefrist | 31. Oktober | Verlängerung über ROS möglich |
| Steuerbehörde | Revenue Commissioners | Irische Steuerverwaltung |
Steuerlicher Wohnsitz in Irland
Irland bestimmt die steuerliche Ansässigkeit in erster Linie anhand gesetzlicher Aufenthaltstage.
Eine Person gilt grundsätzlich als steuerlich ansässig, wenn sie:
- mindestens 183 Tage innerhalb eines Steuerjahres oder
- insgesamt 280 Tage innerhalb des laufenden und des vorherigen Steuerjahres
in Irland verbringt, wobei in beiden Jahren jeweils mindestens 30 Aufenthaltstage erforderlich sind (Revenue, 2026).
Darüber hinaus unterscheidet Irland zwischen:
- Residence – steuerliche Ansässigkeit
- Ordinary Residence – gewöhnlicher Aufenthalt
- Domicile – steuerlicher Lebensmittelpunkt
Diese Begriffe beeinflussen maßgeblich die Besteuerung ausländischer Einkünfte und Kapitalanlagen (Revenue, 2026).
Personen, die sowohl steuerlich ansässig als auch domiciled sind, unterliegen grundsätzlich der Besteuerung ihres weltweiten Einkommens und sämtlicher Kapitalgewinne.
Steuerresidenten ohne irisches Domicile können unter Umständen die sogenannte Remittance Basis in Anspruch nehmen. In diesem Fall werden bestimmte ausländische Einkünfte und Kapitalgewinne erst dann in Irland besteuert, wenn die Gelder tatsächlich nach Irland überwiesen werden (Revenue, 2026).
Irland verfügt zudem über ein umfangreiches Netz an Doppelbesteuerungsabkommen, die Doppelbesteuerung vermeiden und unter bestimmten Voraussetzungen die Anrechnung ausländischer Steuern ermöglichen (Revenue, 2026).
Einkommensteuer in Irland
Irland verwendet einen progressiven Einkommensteuertarif mit zwei Hauptsteuersätzen:
- 20 %
- 40 %
(Revenue, 2026)
Einkommensteuergrenzen 2026
| Steuerpflichtiger | Einkommen zum Steuersatz von 20 % |
|---|---|
| Alleinstehende | 44.000 € |
| Alleinerziehende | 48.000 € |
| Ehegatten/eingetragene Lebenspartner – ein Einkommen | 53.000 € |
| Ehegatten/eingetragene Lebenspartner – zwei Einkommen | 53.000 € zuzüglich einer möglichen Erhöhung bis 35.000 € |
Einkommen oberhalb der jeweiligen Grenze wird grundsätzlich mit 40 % besteuert (Revenue, 2026).
Wichtige Steuervergünstigungen
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern arbeitet Irland weniger mit hohen Grundfreibeträgen, sondern vor allem mit Steuergutschriften, den sogenannten Tax Credits.
Zu den wichtigsten Steuervergünstigungen im Jahr 2026 gehören:
| Steuervergünstigung | Betrag |
|---|---|
| Single Person Tax Credit | 2.000 € |
| Married Person Tax Credit | 4.000 € |
| Single Person Child Carer Credit | 1.900 € |
| Home Carer Credit | 1.950 € |
| Incapacitated Child Credit | 3.800 € |
USC und PRSI
Neben der Einkommensteuer fallen für Arbeitnehmer in der Regel zusätzlich folgende Abgaben an:
- Universal Social Charge (USC)
- Pay Related Social Insurance (PRSI)
Im Jahr 2026 gelten für die USC je nach Einkommenshöhe Steuersätze zwischen 0,5 % und 8 % (Revenue, 2026).
Der reguläre Arbeitnehmerbeitrag zur PRSI beträgt während des größten Teils des Jahres 4,20 % und steigt zum 1. Oktober 2026 auf 4,35 %.
Für Arbeitgeber gelten je nach Einkommenshöhe Beiträge von 9,0 % oder 11,25 %, die ab Oktober 2026 auf 9,15 % beziehungsweise 11,40 % steigen (gov.ie, 2026).
Beispiel
Ein alleinstehender Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt von 60.000 € zahlt grundsätzlich:
- 20 % Einkommensteuer auf die ersten 44.000 €
- 40 % auf die verbleibenden 16.000 €
- zusätzlich USC
- sowie PRSI-Beiträge
Dadurch liegt die tatsächliche Gesamtbelastung deutlich über den reinen Einkommensteuersätzen (Revenue, 2026).
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Kapitalertragsteuer – So werden Kapitalanlagen in Irland besteuert
Besteuerung von Aktien
Irland erhebt auf die meisten steuerpflichtigen Kapitalgewinne den regulären Capital Gains Tax (CGT) in Höhe von 33 % (Revenue, 2025).
Die Steuer fällt grundsätzlich an, wenn Anleger beispielsweise:
- Aktien verkaufen
- Immobilien als Kapitalanlage veräußern
- als Kapitalanlage gehaltene Kryptowährungen verkaufen
- andere steuerpflichtige Vermögenswerte veräußern
Jede natürliche Person verfügt über einen jährlichen Freibetrag von 1.270 € (Revenue, 2025).
Anders als in einigen europäischen Ländern kennt Irland keine allgemeine Steuerbefreiung für langfristig gehaltene Aktien oder ETFs.
Nicht genutzte Kapitalverluste können grundsätzlich mit Kapitalgewinnen verrechnet und in spätere Jahre vorgetragen werden (Revenue, 2025).
Thesaurierende und ausschüttende ETFs
Die Besteuerung von ETFs gehört zu den komplexesten Bereichen des irischen Steuerrechts.
Viele irische, europäische und andere UCITS-ETFs fallen unter die Offshore-Fund-Regelungen.
Für diese Fonds gilt seit dem 1. Januar 2026 regelmäßig ein Steuersatz von 38 % (Revenue, 2026).
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Aktien, die der CGT von 33 % unterliegen, werden viele ETFs steuerlich als Offshore-Fonds behandelt.
Nach diesen Vorschriften gilt unter anderem:
- Kapitalgewinne können mit 38 % besteuert werden.
- Ausschüttungen können ebenfalls mit 38 % besteuert werden.
- USC und PRSI fallen auf Offshore-Fund-Gewinne grundsätzlich nicht an.
- Es gilt die Acht-Jahres-Regel der fiktiven Veräußerung.
Diese Regel bedeutet, dass auch ohne Verkauf eines ETFs eine Steuer entstehen kann.
Am achten Jahrestag des Erwerbs wird steuerlich so getan, als wäre der ETF zum aktuellen Marktwert verkauft und unmittelbar wieder gekauft worden (Revenue, 2026).
Von dieser Regelung betroffen sind häufig:
- thesaurierende ETFs
- ausschüttende ETFs
- viele UCITS-Fonds
- bestimmte ausländische Investmentfonds
Da die Besteuerung maßgeblich von der jeweiligen Fondsstruktur abhängt, sollten Anleger sorgfältig prüfen, ob ihr ETF unter die Offshore-Fund-Regeln fällt (Revenue, 2026).
Dividendenbesteuerung und Quellensteuer
Irische Kapitalgesellschaften behalten grundsätzlich eine Dividend Withholding Tax (DWT) von 25 % ein, soweit keine gesetzliche Ausnahme greift (Revenue, 2026).
Für in Irland steuerpflichtige Privatpersonen gilt:
- Dividenden bleiben steuerpflichtiges Einkommen.
- Die einbehaltene DWT wird grundsätzlich auf die endgültige Steuerschuld angerechnet.
- Je nach Gesamteinkommen kann eine zusätzliche Steuerzahlung entstehen.
Auch ausländische Dividenden sind für in Irland ansässige Steuerpflichtige grundsätzlich steuerpflichtig, da Irland bei steuerlich ansässigen und domiciled Personen das Welteinkommensprinzip anwendet.
Bereits im Ausland gezahlte Quellensteuern können nach Maßgabe der Doppelbesteuerungsabkommen und der nationalen Vorschriften angerechnet werden (Revenue, 2026).
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So melden Sie Kapitalerträge in Irland
Anleger mit Kapitalerträgen außerhalb eines gewöhnlichen PAYE-Arbeitsverhältnisses müssen in Irland häufig das Self-Assessment-System nutzen.
Obwohl sich die Meldepflichten je nach Einkunftsart – beispielsweise Dividenden, Zinserträge, Kapitalgewinne, ETF-Erträge oder Kryptowährungen – unterscheiden können, folgt das Verfahren grundsätzlich demselben Ablauf (Revenue, 2026).
Schritt 1: Steuerunterlagen zusammentragen
Sammeln Sie die Jahresunterlagen sämtlicher Finanzinstitute und Investmentplattformen, unter anderem von:
- Interactive Brokers
- DEGIRO
- Trading 212
- Saxo Bank
- Revolut
- irischen Banken
- Kryptobörsen
Darüber hinaus sollten sämtliche Transaktionshistorien, Dividendengutschriften, Zinsabrechnungen sowie Kauf- und Verkaufsbelege sorgfältig aufbewahrt werden (Revenue, 2026).
Schritt 2: Gewinne, Verluste und Kapitalerträge berechnen
Ermitteln Sie insbesondere:
- Kapitalgewinne aus Aktien
- Kapitalverluste
- Dividendenerträge
- Zinserträge
- ETF-Gewinne einschließlich fiktiver Veräußerungen (Deemed Disposal)
- Gewinne und Verluste aus Kryptowährungen
Wurden Vermögenswerte in Fremdwährungen gekauft oder verkauft, müssen die Gewinne für steuerliche Zwecke grundsätzlich in Euro umgerechnet werden (Revenue, 2026).
Schritt 3: Die erforderlichen Steuerformulare ausfüllen
Zu den wichtigsten Formularen gehören:
- Form 11 für Steuerpflichtige im Self-Assessment-Verfahren
- Form CG1 zur Erklärung der Capital Gains Tax
Wer Offshore-Fonds oder ETFs hält, muss gegebenenfalls zusätzliche Angaben zu Erträgen und Gewinnen aus Offshore-Fonds machen (Revenue, 2026).
Schritt 4: Steuererklärung einreichen
Die meisten Steuerpflichtigen reichen ihre Steuererklärung elektronisch über den Revenue Online Service (ROS) ein, das offizielle Online-Portal der irischen Steuerverwaltung (Revenue, 2026).
Schritt 5: Fällige Steuern bezahlen
Für die Zahlung der Capital Gains Tax gelten in Irland besondere Fristen:
- Gewinne zwischen 1. Januar und 30. November: Steuerzahlung bis 15. Dezember desselben Jahres
- Gewinne im Dezember: Steuerzahlung bis 31. Januar des Folgejahres
(Revenue, 2025)
Die eigentliche CGT-Erklärung ist in der Regel bis zum 31. Oktober nach Ablauf des Steuerjahres einzureichen (Revenue, 2025).
Für Steuerpflichtige im Self-Assessment-Verfahren gilt für Form 11 grundsätzlich ebenfalls der 31. Oktober, wobei für berechtigte Nutzer des ROS-Portals häufig eine verlängerte Frist gilt (Revenue, 2026).
Besteuerung ausländischer Kapitalanlagen
Die Nutzung eines ausländischen Brokers befreit nicht von den irischen Steuerpflichten.
Steuerresidenten Irlands unterliegen grundsätzlich der Besteuerung ihres weltweiten Einkommens und ihrer weltweiten Kapitalgewinne. Deshalb müssen Kapitalanlagen im Ausland in der Regel auch dann erklärt werden, wenn sie über einen ausländischen Broker gehalten werden (Revenue, 2026).
Ausländische Broker
Zu den von irischen Anlegern häufig genutzten Plattformen gehören:
- Interactive Brokers
- DEGIRO
- Trading 212
- Saxo Bank
- Revolut Securities
Diese Broker berechnen die irische Steuer in der Regel nicht automatisch.
Die Verantwortung für die korrekte Berechnung und Erklärung sämtlicher Kapitalerträge liegt daher beim Steuerpflichtigen (Revenue, 2026).
Ausländische Aktien
Ausländische Aktien unterliegen grundsätzlich ebenfalls der irischen Capital Gains Tax von 33 %, sofern keine besondere gesetzliche Regelung greift (Revenue, 2025).
Ausländische Dividenden
Für in Irland steuerlich ansässige Personen gelten ausländische Dividenden grundsätzlich als steuerpflichtiges Einkommen.
Bereits im Ausland gezahlte Quellensteuern können nach Maßgabe der nationalen Vorschriften und der jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen angerechnet werden (Revenue, 2026).
Ausländische Zinserträge
Auch Zinsen aus ausländischen Bankkonten oder Spareinlagen sind grundsätzlich in Irland steuerpflichtig.
Sie müssen regelmäßig erklärt werden, selbst wenn im Ausland bereits Steuern einbehalten wurden (Revenue, 2026).
Ausländische ETFs
Die Besteuerung ausländischer ETFs ist besonders komplex.
Viele ausländische UCITS-ETFs und vergleichbare Investmentfonds fallen unter die irischen Offshore-Fund-Regeln und nicht unter die gewöhnliche Capital Gains Tax.
Dies kann unter anderem zur Folge haben:
- Besteuerung mit 38 %
- Anwendung der Acht-Jahres-Regel der fiktiven Veräußerung
- zusätzliche Erklärungspflichten
(Revenue, 2026)
Anleger sollten daher vor einer steuerlichen Einordnung stets prüfen, ob ihr ETF tatsächlich unter das normale CGT-System fällt.
Währungsumrechnung
Irische Steuerberechnungen erfolgen grundsätzlich in Euro.
Anleger sollten deshalb insbesondere folgende Unterlagen sorgfältig dokumentieren:
- Kaufdatum
- Wechselkurs beim Kauf
- Verkaufsdatum
- Wechselkurs beim Verkauf
- Zeitpunkt der Dividendenausschüttungen
Unvollständige Aufzeichnungen können zu fehlerhaften Steuerberechnungen führen.
Weitere wichtige Steuern in Irland
Umsatzsteuer (VAT)
Der reguläre irische Mehrwertsteuersatz beträgt 23 % (Revenue, 2025).
Daneben gelten unter anderem folgende ermäßigte Steuersätze:
| Umsatzsteuersatz | Hinweise |
|---|---|
| 13,5 % | Ermäßigter Satz |
| 9 % | Zweiter ermäßigter Satz |
| 4,8 % | Satz für Viehwirtschaft |
| 5,1 % | Pauschaler Ausgleichssatz |
(Revenue, 2025)
Darüber hinaus bestehen zahlreiche Umsatzsteuerbefreiungen sowie Nullsteuersätze für bestimmte Waren und Dienstleistungen.
Immobiliensteuern
Irland erhebt auf Wohnimmobilien die Local Property Tax (LPT).
Die Steuer richtet sich im Wesentlichen nach dem Marktwert der Immobilie und der jeweiligen Bewertungsstufe.
Für den aktuellen Bewertungszeitraum mussten Eigentümer den Immobilienwert zum 1. November 2025 feststellen (Revenue, 2026).
Wer Immobilien als Kapitalanlage verkauft, sollte außerdem beachten, dass Veräußerungsgewinne grundsätzlich der Capital Gains Tax von 33 % unterliegen, sofern keine Steuervergünstigung greift.
Erbschaft- und Schenkungsteuer
Erbschaften und Schenkungen werden in Irland über die Capital Acquisitions Tax (CAT) besteuert.
Der reguläre Steuersatz beträgt 33 %, soweit die jeweiligen Freibeträge überschritten werden (Revenue, 2026).
Aktuelle Freibeträge:
| Gruppe | Freibetrag |
|---|---|
| Gruppe A | 400.000 € |
| Gruppe B | 40.000 € |
| Gruppe C | 20.000 € |
(Revenue, 2026)
Zusätzlich bestehen wichtige Steuerbefreiungen, insbesondere für Übertragungen zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern sowie weitere gesetzlich geregelte Vergünstigungen.
Vermögensteuer
Irland erhebt derzeit keine allgemeine Vermögensteuer.
Vermögen wird stattdessen insbesondere über folgende Steuerarten belastet:
- Capital Gains Tax
- Capital Acquisitions Tax
- Local Property Tax
Kommunale Steuern
Anders als in einigen europäischen Ländern erhebt Irland keine:
- Kirchensteuer
- kommunale Einkommensteuer
- regionale Einkommensteuer
Die Einkommensteuer wird nahezu ausschließlich auf nationaler Ebene verwaltet.
Steuerliche Vorteile und steueroptimierte Anlageformen
Irland bietet verschiedene steuerlich begünstigte Modelle zur Altersvorsorge.
Dazu gehören insbesondere:
- betriebliche Altersversorgung
- Personal Retirement Savings Accounts (PRSAs)
- Approved Retirement Funds (ARFs)
Begünstigte Beiträge können – abhängig vom Alter und den gesetzlichen Voraussetzungen – steuerlich abzugsfähig sein (Revenue, 2026).
Ein allgemein verfügbares steuerbegünstigtes Wertpapierkonto wie das britische ISA oder das schwedische ISK existiert derzeit nicht.
Bestimmte Venture-Capital-Investitionen können jedoch nach speziellen gesetzlichen Regelungen steuerlich begünstigt werden (Revenue, 2025).
Vorteile
- Keine jährliche Vermögensteuer
- Umfangreiches Netz an Doppelbesteuerungsabkommen
- Wettbewerbsfähiges Unternehmenssteuerrecht
- Vergleichsweise übersichtliche Besteuerung direkt gehaltener Aktien
- Attraktive steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge
Nachteile
- Die Besteuerung von ETFs gehört zu den komplexesten Systemen Europas.
- Offshore-Fund-Regelungen
- Fiktive Veräußerung nach acht Jahren (Deemed Disposal)
- Arbeitseinkommen unterliegt gleichzeitig Einkommensteuer, USC und PRSI.
Irland ist besonders interessant für
- Unternehmer
- Gutverdiener
- internationale Fachkräfte
- Anleger, die überwiegend direkt in Aktien investieren
Weniger geeignet ist Irland für
- Anleger, deren Portfolio überwiegend aus ETFs besteht
- Investoren, die eine möglichst einfache Fondsbesteuerung bevorzugen
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Wichtige Fristen und Termine
- Steuerjahr: 1. Januar bis 31. Dezember (Revenue, 2026)
- Zahlungsfrist für Capital Gains Tax bei Veräußerungen zwischen 1. Januar und 30. November: 15. Dezember desselben Jahres (Revenue, 2025)
- Zahlungsfrist für Capital Gains Tax bei Veräußerungen im Dezember: 31. Januar des Folgejahres (Revenue, 2025)
- CGT-Erklärung – Form CG1: grundsätzlich bis 31. Oktober nach Ablauf des Steuerjahres (Revenue, 2025)
- Self-Assessment-Erklärung – Form 11: grundsätzlich bis 31. Oktober (Revenue, 2026)
- Verlängerte ROS-Frist: für berechtigte Steuerpflichtige in der Regel bis Mitte November (Revenue, 2026)
- Vorauszahlung der Einkommensteuer – Preliminary Tax: grundsätzlich bis 31. Oktober (Revenue, 2026)
Häufige Steuerfehler von Anlegern
Zu den häufigsten Fehlern irischer Anleger gehören:
- ETFs steuerlich wie gewöhnliche Aktien zu behandeln
- die Acht-Jahres-Regel der fiktiven Veräußerung zu übersehen
- Fristen für die Zahlung der Capital Gains Tax zu versäumen
- ausländische Dividenden nicht zu erklären
- ausländische Zinserträge zu vergessen
- Gewinne aus Fremdwährungen falsch zu berechnen
- anzunehmen, dass ausländische Broker die Steuer automatisch an Revenue melden
- mögliche Anrechnungen ausländischer Quellensteuer nicht zu nutzen
- davon auszugehen, dass Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei sind
Da sich die irischen Offshore-Fund-Regeln erheblich von der gewöhnlichen Capital Gains Tax unterscheiden, zählen Fehler bei der Besteuerung von ETFs zu den häufigsten Problemen in der Praxis (Revenue, 2026).
Ist Irland steuerlich attraktiv für Anleger?
Vorteile
- Keine jährliche Vermögensteuer
- Umfangreiches Netz an Doppelbesteuerungsabkommen
- Attraktives wirtschaftliches Umfeld
- Gut ausgebaute steuerliche Förderung der Altersvorsorge
- Klare Besteuerung direkt gehaltener Aktien über die Capital Gains Tax
Nachteile
- Die ETF-Besteuerung zählt zu den komplexesten Europas.
- Offshore-Fund-Regeln können die effektive Steuerbelastung deutlich erhöhen.
- Die fiktive Veräußerung nach acht Jahren kann eine Steuer auslösen, obwohl kein Verkauf erfolgt ist.
- Arbeitseinkommen unterliegt gleichzeitig Einkommensteuer, USC und PRSI.
Für welche Anleger eignet sich Irland?
Irland kann besonders geeignet sein für:
- Anleger mit Direktinvestitionen in Aktien
- Expats mit Beschäftigung in Irland
- internationale Fachkräfte
- Unternehmer
- langfristig orientierte Altersvorsorgesparer
Weniger geeignet ist Irland hingegen für:
- Anleger, die ausschließlich in ETFs investieren
- Investoren, die eine möglichst einfache passive Anlagestruktur bevorzugen
- Anleger, die gezielt nach besonders niedrigen Steuern auf Investmentfonds suchen
Weiterführende Informationen
Steuerrechner
- Rechner für Kapitalertragsteuer
- ETF-Steuerrechner
- Dividendensteuer-Rechner
- Nettogehaltsrechner
Investment-Guides
- Investieren in Irland
- Die besten Broker in Irland
Länder-Guides
- Lebenshaltungskosten in Irland
- Durchschnittsgehalt in Irland
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- Vergleich der Lebenshaltungskosten
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Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Steuer-, Rechts-, Buchhaltungs- oder Anlageberatung dar. Steuervorschriften können sich ändern und ihre Anwendung hängt von den individuellen Umständen ab. Prüfen Sie die aktuellen Anforderungen stets bei der zuständigen Steuerbehörde oder wenden Sie sich an einen qualifizierten Steuerberater, bevor Sie finanzielle oder Anlageentscheidungen treffen.
Steuerleitfaden Irland
Matias Buće verfügt über eine formale Ausbildung im Verwaltungsrecht und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Analyse globaler Märkte, des Forex-Handels und persönlicher Finanzplanung. Sein juristischer Hintergrund prägt seinen Ansatz beim Investieren – mit einem Fokus auf Regulierung, Struktur und Risikomanagement. Bei Finorum schreibt er über ein breites Spektrum an Finanzthemen, von europäischen ETFs bis hin zu praktischen Strategien der persönlichen Finanzplanung für alltägliche Anleger.
Sources & References
EU regulations & taxation
- Revenue.ie — besondere Fristen
- Capital Acquisitions Tax (CAT)
- Dividend Withholding Tax (DWT)
- Doppelbesteuerungsabkommen
- Körperschaftsteuer
- Local Property Tax (LPT)
- Offshore-Fund-Regelungen
- progressiven Einkommensteuertarif
- Steuergutschriften
- steuerliche Ansässigkeit

