Online-Broker für Anfänger 2027: Sechs Anbieter in Deutschland im Vergleich
Online-Broker für Anfänger müssen zum eigenen Sparplan passen. Für den Einstieg zählen günstige ETF-Käufe, regelmäßige Einzahlungen und eine verständliche deutsche Steuerabrechnung. Wer monatlich denselben ETF besparen möchte, findet bei Trade Republic, Scalable FREE und ING Angebote ohne Sparplanausführungsgebühr. Auch Trading 212 Invest und comdirect Pure gehören in den Vergleich, jeweils mit eigenen Konto- und Produktbedingungen.
Wer zusätzliche Handelsmöglichkeiten braucht, sollte bei comdirect auch das klassische Depot ansehen. DEGIRO kommt für gezielte internationale Börsenkäufe infrage, verlangt deutschen Anlegern aber mehr Steuerarbeit ab. Ein großer Börsenkatalog hilft Ihnen wenig, wenn Sie lediglich einen Welt-ETF kaufen wollen.
Dieser Vergleich behandelt den Kauf echter Aktien und ETF-Anteile für private Anleger mit Steuerwohnsitz in Deutschland. CFD-Konten, Hebelstrategien und Copy Trading gehören nicht zur Bewertung. Die Auswahl umfasst sechs unterschiedliche Angebote und ist keine vollständige Marktübersicht.
Welches Depot passt zu Ihrem Einstieg?
| Angebot | Dafür lohnt sich der Vergleich | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|---|
| Trade Republic | ETF-Sparplan und wenige Einzelkäufe | Ausführungsbedingungen, Verkaufsgebühr und Guthabenverwahrung |
| Scalable FREE | Sparpläne und günstige ETF-Käufe | Preise unterscheiden sich nach Handelsplatz und ETF |
| ING Direkt-Depot | ETF-Sparen bei einer Direktbank | Einzelorders kosten mehr als Sparplanausführungen |
| comdirect | Pure Depot für den Einstieg, klassisches Depot für weitere Handelsmöglichkeiten | Depotmodell, Zugangsvoraussetzungen und ETF-Aktionen unterscheiden |
| Trading 212 Invest | Provisionsfreie Käufe und automatisiertes Investieren | Vertragsgesellschaft, Steuerabzug und Währungsumrechnung |
| DEGIRO | Gezielter Zugang zu internationalen Märkten | Deutsche Steuererklärung und weitere Handelsplatzkosten |
Ausgabe 2027. Konditionen und Quellen zuletzt geprüft am 27. September 2026. Die genannten Preise sind eine Momentaufnahme und keine Preisgarantie für 2027.
So ist dieser Vergleich aufgebaut
Für diesen Broker-Vergleich in Deutschland haben wir veröffentlichte Konditionen, Steuerinformationen und amtliche Quellen ausgewertet. Bewertet werden Kosten, Kaufmöglichkeiten und der Verwaltungsaufwand. Es handelt sich um einen Dokumentenvergleich, nicht um einen Praxistest mit eigenen Depots bei allen sechs Anbietern. Eine Rangfolge für Supportqualität oder Ausführungsgüte lässt sich daraus nicht ableiten.
Eine Ordergebühr können Sie nachrechnen. Wie schnell ein Anbieter bei einer fehlerhaften Abrechnung hilft, zeigt sich erst im konkreten Fall. Einzelne App-Bewertungen liefern dafür keinen verlässlichen Maßstab.
Vor der Depoteröffnung brauchen Sie noch keine ausgefeilte Anlagestrategie. Sie sollten aber wissen, ob Sie einen ETF regelmäßig besparen oder häufig einzelne Wertpapiere kaufen wollen. Diese beiden Nutzungsarten führen zu unterschiedlichen Kosten.
Sechs Broker im praktischen Vergleich
Trade Republic: Für einen überschaubaren Sparplan
Für einen ETF-Sparplan spricht die einfache Gebührenstruktur: Die Ausführung ist ohne Sparplangebühr möglich. Bei einzelnen Wertpapiertransaktionen fällt grundsätzlich eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro an; Spreads und weitere produktbezogene Kosten bleiben bestehen. Auch der spätere Verkauf angesparter Anteile ist eine separate Transaktion. Quellen: Sparpläne, Kosteninformationen.
Für jemanden, der monatlich denselben ETF kauft, ist die Zahl zusätzlicher Funktionen zweitrangig. Prüfen Sie den gewünschten Fonds anhand seiner ISIN, die angebotenen Ausführungstermine und die verfügbaren Orderarten.
Planen Sie darüber hinaus bestimmte Einzelkäufe, prüfen Sie diese separat. Ein passender Sparplan sagt noch nichts darüber aus, ob der Anbieter auch den später gewünschten Handelsplatz oder eine besondere Wertpapierdienstleistung anbietet.
Scalable FREE: Handelsplatz und Tarif zusammen lesen
Scalable bietet Sparplanausführungen ohne Ordergebühr an. Im FREE-Tarif kosten reguläre Käufe über die European Investor Exchange 0,99 Euro. Käufe bestimmter PRIME-ETFs ab 250 Euro sind dort gebührenfrei. Für Xetra und gettex nennt die aktuelle Übersicht 1,99 Euro je Order. Scalable-Preismodelle
Damit reicht die Aussage „Scalable kostet 0,99 Euro“ für eine Kaufentscheidung nicht aus. Relevant sind Fonds, Handelsplatz und Ordergröße. Wer nur einen ETF-Sparplan ausführt, sollte zunächst prüfen, welchen zusätzlichen Nutzen eine kostenpflichtige Mitgliedschaft überhaupt hätte.
PRIME+ kostet derzeit 4,99 Euro monatlich, also 59,88 Euro jährlich. Bei zwölf Monaten Mitgliedschaft und einer Ersparnis von jeweils 0,99 Euro wären mindestens 61 begünstigte Orders nötig, um allein die Abogebühr auszugleichen. Gemeint sind entsprechende EIX-Orders ab 250 Euro. Bereits im FREE-Tarif kostenlose Käufe zählen nicht mit. Für einen einzelnen ETF-Sparplan entsteht so kein Kostenvorteil.
ING Direkt-Depot: Sparplan und Einmalkauf getrennt betrachten
Die ING berechnet für ETF-Sparplankäufe derzeit keine Ausführungsgebühr. Für reguläre Einzelorders im Direkt-Depot gilt dagegen eine Provision von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Kurswerts, höchstens 69,90 Euro. Handelsplatzentgelte können hinzukommen; im Direkthandel sind sie laut Konditionenübersicht null. Sondertarife wie Direkt-Depot Young sind davon zu unterscheiden. ING-Konditionen
Ein monatlicher ETF-Sparplan kann hier also bei den Ausführungsgebühren genauso günstig sein wie bei einem Neobroker. Wer zusätzlich kleine Einzelorders aufgibt, erhält ein anderes Ergebnis.
Wenn Sie bereits Bankgeschäfte bei der ING erledigen, kann die vertraute Umgebung ein praktischer Vorteil sein. Das allein rechtfertigt aber nicht jede Gebühr. Rechnen Sie Ihre tatsächlichen Zusatzkäufe durch und berücksichtigen Sie auch einen späteren Verkauf.
comdirect: Zwei Depotmodelle mit deutlich anderen Preisen
Beim regulären comdirect Depot beträgt das veröffentlichte Orderentgelt 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 und höchstens 59,90 Euro, zuzüglich möglicher weiterer Entgelte. ETF-Sparpläne kosten regulär 1,5 Prozent je Ausführung; ausgewählte ETF-Specials werden ohne Orderentgelt angeboten. Quellen: Konditionen, ETF-Sparpläne.
Daneben bietet comdirect das Pure Depot an. Es hat eine kostenlose Depotführung, Einzelorders ab 1 Euro über gettex und sparplanfähige Angebote ohne Orderentgelt. Es ist ein eigenständiges Modell mit eigenen Zugangsvoraussetzungen und Leistungen. Die Bank stellt es ausdrücklich als Angebot für Wertpapiereinsteiger vor. Quellen: Pure Depot, Ankündigung von comdirect.
Prüfen Sie daher zuerst das Depotmodell und dann Ihren ETF. Die folgende Rechnung zeigt beide Varianten getrennt. Zusätzliche Entgelte können den beworbenen Preis erhöhen; maßgeblich ist die Kosteninformation für Ihren konkreten Auftrag.
Trading 212 Invest: Deutsche Steuerabwicklung ist inzwischen relevant
Trading 212 nennt für das Invest-Konto keine Handelsprovision und eine Währungsumrechnungsgebühr von 0,15 Prozent. Fremde Abgaben und weitere Kosten müssen trotzdem berücksichtigt werden. Die Konditionen des CFD-Kontos sind davon getrennt. Gebühren für Invest
Für deutsche Anleger ist die Vertragsgesellschaft ein wesentlicher Prüfpunkt. Trading 212 EU GmbH ist in Deutschland zugelassen und wird von der BaFin beaufsichtigt. Impressum
Laut Anbieter erfolgt für Kunden dieser Gesellschaft mit deutschem Steuerwohnsitz ein automatischer Kapitalertragsteuerabzug. Die entsprechende Ausweitung auf Invest-Transaktionen gilt ab dem 5. Januar 2026. Ältere Transaktionen und Konten anderer Gesellschaften dürfen damit nicht gleichgesetzt werden. Trading 212 zur Besteuerung
Wer bereits ein Konto besitzt, sollte also im Vertrag nachsehen. Die Marke auf dem App-Symbol beantwortet die Steuerfrage nicht.
DEGIRO: Marktzugang gegen zusätzlichen Verwaltungsaufwand abwägen
DEGIRO berechnet für reguläre ETF-Orders derzeit 2 Euro Provision plus 1 Euro Bearbeitung. Für die ETF-Kernauswahl gelten günstigere Bedingungen. Hinzukommen können etwa Währungs- und Börsenanbindungsgebühren. DEGIRO-Preise
Die rechtliche Einordnung wird leicht verwechselt: DEGIRO ist die Marke der niederländischen Niederlassung der flatexDEGIRO Bank SE. Die Bank wird primär von der BaFin beaufsichtigt; zusätzlich bestehen niederländische Aufsichtszuständigkeiten. DEGIRO zur Aufsicht
Daraus folgt jedoch kein automatischer deutscher Kapitalertragsteuerabzug. DEGIRO beschreibt ausdrücklich, dass es diesen nicht vornimmt. Die eigenen steuerlichen Pflichten bleiben beim Anleger. DEGIRO zur Steuerbescheinigung
Für einen gezielten internationalen Börsenzugang kann das akzeptabel sein. Wer lediglich einen ersten Welt-ETF kaufen und möglichst wenig verwalten möchte, sollte den zusätzlichen Aufwand in seine Entscheidung einbeziehen.
Drei Kaufmuster: So unterscheiden sich die Orderkosten
Eine einzelne Ordergebühr sagt wenig darüber aus, wie teuer ein Depot für Sie wird. Unsere Modellrechnung verwendet drei Kaufmuster:
- A – kleiner Einstieg: zwölf monatliche ETF-Käufe zu je 50 Euro, insgesamt 600 Euro.
- B – regelmäßiges Sparen mit Zusatzkäufen: zwölf ETF-Sparraten zu je 250 Euro plus vier ETF-Einzelkäufe zu je 500 Euro, insgesamt 5.000 Euro.
- C – Startkapital und Sparplan: ein ETF-Einzelkauf zu 1.000 Euro plus zwölf Sparraten zu je 100 Euro, insgesamt 2.200 Euro.
Die Tabelle zeigt Order- und Sparplanausführungsentgelte für zwölf Monate, berechnet mit den am Prüfdatum veröffentlichten Tarifen. Wir verwenden reguläre Preise ohne zeitlich begrenzte Neukundenrabatte. Die jeweiligen ETF- und Handelsplatzannahmen stehen in jeder Zeile. Depotentgelte, Spreads, Fondskosten, Steuern, Einzahlungsgebühren und zusätzliche Fremdentgelte sind nicht enthalten. Alle Käufe erfolgen in Euro, ohne Währungswechsel oder Verkäufe.
| Angebot und Rechenannahme | A: 12 × 50 € | B: Sparplan + 4 Käufe | C: 1.000 € + Sparplan |
|---|---|---|---|
| Trade Republic: Sparpläne 0 €, Einzelkäufe 1 € | 0 € | 4 € | 1 € |
| Scalable FREE: Sparpläne 0 €, Einzelkäufe über EIX zu 0,99 €, kein PRIME-ETF | 0 € | 3,96 € | 0,99 € |
| ING Direkt-Depot: Sparpläne 0 €, reguläre Einzelkäufe im Direkthandel | 0 € | 24,60 € | 7,40 € |
| comdirect Depot: regulär 1,5 % Sparplangebühr, Einzelkäufe jeweils zum Mindestentgelt | 9 € | 84,60 € | 27,90 € |
| comdirect Pure: gebührenfreier ETF-Sparplan, Einzelkäufe mit 1 € Orderentgelt; mögliche Zusatzentgelte nicht enthalten | 0 € | 4 € | 1 € |
| Trading 212 Invest: Euro-Käufe ohne Handelsprovision und ohne Währungswechsel | 0 € | 0 € | 0 € |
| DEGIRO: sämtliche Käufe als manuelle reguläre ETF-Orders zu 3 €, außerhalb der Kernauswahl | 36 € | 48 € | 39 € |
Eigene Berechnung anhand der oben verlinkten Anbieterpreise. Die comdirect-Pure-Zeile setzt voraus, dass Sie das Modell eröffnen können und Ihr ETF zum genannten Tarif verfügbar ist. Bei comdirect können weitere Entgelte hinzukommen, bei DEGIRO etwa Börsenanbindungskosten. Die DEGIRO-Zeile beschreibt manuelle Käufe. Bei ganzen Anteilen können Restbeträge uninvestiert bleiben; für die Modellrechnung wird vorausgesetzt, dass die jeweilige Kaufgröße ausführbar ist.
Die ETF-Auswahl kann das Ergebnis ändern: Bei einem ETF-Special-Sparplan im klassischen comdirect Depot entfällt die angesetzte Sparplangebühr. Passende PRIME-ETF-Käufe über EIX ab 250 Euro sind bei Scalable gebührenfrei. Bei DEGIRO ergeben Käufe zu jeweils 1 Euro innerhalb der Kernauswahl rechnerisch 12, 16 beziehungsweise 13 Euro. Prüfen Sie jeweils Fonds, Börse und Bedingungen. Die Standardtarife sind keine Rangliste der günstigsten erreichbaren Angebote.
So entsteht beispielsweise der ING-Wert in Szenario B: Ein Kauf zu 500 Euro kostet 4,90 Euro + 1,25 Euro = 6,15 Euro. Vier Käufe ergeben 24,60 Euro. Bei comdirect kommen 45 Euro für zwölf Sparraten zu je 250 Euro und 39,60 Euro für vier Einzelorders zusammen.
Für einen reinen ETF-Sparplan liegen mehrere Angebote bei den Ausführungsgebühren gleichauf. Größere Unterschiede entstehen durch zusätzliche Einzelkäufe oder einen kostenpflichtigen Sparplan. Schon die Wahl des Depotmodells kann deshalb wichtiger sein als die Wahl der Bankmarke.
Null Euro Ordergebühr heißt nicht null Kosten
Ein ETF verursacht laufende Fondskosten unabhängig davon, bei welchem Broker Sie ihn halten. Sie werden im Fonds berücksichtigt und nicht einfach als separate Brokerrechnung abgebucht. Bei identischem Fonds sind diese Kosten kein Vorteil eines bestimmten Depots.
Daneben steht der Spread, also der Abstand zwischen Geld- und Briefkurs. Angenommen, Sie können einen Anteil zu 100,20 Euro kaufen und im selben Moment nur zu 100,00 Euro verkaufen. Bei zehn Anteilen würde ein sofortiger Kauf und Verkauf zu unveränderten Kursen 2 Euro kosten, noch vor Ordergebühren. Das Beispiel beschreibt beide Transaktionen zusammen, nicht eine zusätzliche Rechnung des Brokers.
Ein günstiger Broker ist deshalb nicht automatisch der Anbieter mit dem besten Gesamtpreis für jede Order. Umgekehrt belegt eine niedrige Provision auch keinen schlechten Ausführungskurs. Vergleichen Sie dasselbe Wertpapier möglichst zur selben Zeit. Eine Limitorder begrenzt Ihren Kaufpreis; sie garantiert keine Ausführung.
Auch die Handelswährung verdient Aufmerksamkeit. Eine US-Aktie kann an einem deutschen Handelsplatz in Euro gehandelt werden. Der Sitz des Unternehmens allein löst noch keine vom Broker berechnete Währungsumrechnung aus. Prüfen Sie, in welcher Währung der Auftrag abgerechnet wird und ob Ihr Kontoguthaben dafür umgerechnet werden muss. Ein Kauf in Euro beseitigt allerdings nicht die wirtschaftlichen Währungsrisiken der Anlage.
Deutsche Steuern: Was der Broker erleichtern sollte
Für Einsteiger kann die Steuerabwicklung wichtiger sein als ein geringer Unterschied bei einzelnen Ordergebühren. Prüfen Sie vorab, ob der konkrete Anbieter für Ihr Konto deutsche Steuern einbehält, einen Freistellungsauftrag verarbeitet und geeignete Steuerunterlagen bereitstellt.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt nach aktuellem Recht 1.000 Euro pro Person beziehungsweise 2.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten oder Lebenspartnern. Er steht insgesamt zur Verfügung, nicht bei jedem Broker erneut. § 20 EStG
Bei steuerlich qualifizierenden Aktienfonds sind für private Anleger grundsätzlich 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Ein ETF-Gewinn von 1.000 Euro führt dann vor weiteren Verrechnungen zu 700 Euro steuerlich relevantem Ertrag. Das gilt nicht pauschal für jeden ETF. § 20 InvStG
Auch bei einem thesaurierenden Fonds kann ohne Verkauf eine Vorabpauschale entstehen. Ein thesaurierender ETF bedeutet deshalb nicht automatisch steuerfreien Vermögensaufbau bis zur Veräußerung. Halten Sie ausreichend verfügbares Guthaben für eine mögliche Steuerbelastung vor. § 18 InvStG
Ein Broker mit automatischer Steuerabführung nimmt Ihnen Arbeit ab, ersetzt aber nicht jede Steuererklärung. Bei Auslandskonten, besonderen Sachverhalten oder einer Verrechnung zwischen mehreren Instituten kann zusätzlicher Aufwand bleiben. Wer in Deutschland wohnt und eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, sollte außerdem nicht Staatsangehörigkeit mit steuerlicher Ansässigkeit verwechseln.
Wie sicher sind Depot und Guthaben?
Bei dieser Frage müssen drei Sachverhalte auseinandergehalten werden:
| Was betroffen ist | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|
| Verwahrte Wertpapiere | Ob Sie im Insolvenzfall Herausgabe oder Übertragung verlangen können |
| Bankguthaben | Zuständiges Sicherungssystem und Einlagen bei derselben Bank |
| Nicht erfüllbare Ansprüche aus Wertpapiergeschäften | Ob und in welchem Umfang eine Anlegerentschädigung greift |
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Bank. Aktien und ETF-Anteile sind keine Bankeinlagen. Bei ordnungsgemäß verwahrten Wertpapieren können Kunden im Insolvenzfall grundsätzlich Herausgabe oder Übertragung verlangen. Die deutsche Anlegerentschädigung für bestimmte nicht erfüllbare Forderungen aus Wertpapiergeschäften beträgt grundsätzlich 90 Prozent, höchstens 20.000 Euro. Diese Grenze ist kein Höchstwert für ein geschütztes Depot und deckt keine Kursverluste. BaFin zur Einlagensicherung und Anlegerentschädigung
Sehen Sie außerdem nach, wo nicht investiertes Geld tatsächlich liegt. Eine Guthabenanzeige in der App sagt noch nicht, ob der Betrag bei einer Bank oder in einem Geldmarktfonds gehalten wird. Bei Scalable nennt die Konditionenübersicht beispielsweise unterschiedliche Verwahrmöglichkeiten je Tarif. Für Fondsanteile gilt keine gesetzliche Bankeinlagensicherung.
Aufsicht verhindert weder sinkende Börsenkurse noch jeden technischen Ausfall. Sinnvoll sind ein abgesicherter Zugang, aktuelle Kontaktdaten und regelmäßig gespeicherte Abrechnungen.
Eine kurze Entscheidungshilfe
Sie sparen 50 oder 100 Euro monatlich in einen ETF: Prüfen Sie zuerst dessen Sparplanfähigkeit und Ausführungskosten bei Trade Republic, Scalable FREE, ING und Trading 212 Invest. Bei comdirect sollten Sie sowohl das Pure Depot als auch passende ETF-Specials des klassischen Depots ansehen. Die jährliche Zahl Ihrer manuellen Orders ist hier gering oder null.
Sie möchten Bank und Depot in einer vertrauten Umgebung: Vergleichen Sie ING und comdirect anhand Ihrer tatsächlichen Nutzung. Mehr Funktionen sind nur dann ein Vorteil, wenn Sie sie benötigen. Rechnen Sie reguläre Preise nach Ende einer Aktion ein.
Sie möchten bestimmte internationale Börsen direkt nutzen: Prüfen Sie DEGIRO gezielt auf diesen Markt, einschließlich Währungs- und Anbindungskosten. Entscheiden Sie vorher, ob Sie den deutschen Steueraufwand selbst erledigen oder dafür Unterstützung bezahlen wollen.
Sie wissen noch nicht, welchen ETF Sie kaufen wollen: Klären Sie zuerst die Anlage. Unser Vergleich von UCITS-ETFs für Anleger in Deutschland hilft bei der Auswahl. Für den Einstieg mit kleinem Kapital finden Sie weitere Beispiele im Leitfaden 1.000 Euro investieren in Deutschland.
Vor der Eröffnung helfen fünf konkrete Prüfungen: richtiger ETF per ISIN, passende Sparrate, nachgerechnete Gebühren, geklärte Steuerabwicklung und verständliche Vertragsbedingungen. Ein Neukundenbonus kommt erst danach.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Muss ich für ein Depot auch mein Girokonto wechseln?
Das folgt nicht automatisch aus der Depoteröffnung. Entscheidend sind die Kontovoraussetzungen des jeweiligen Angebots. Prüfen Sie, welches Verrechnungskonto eröffnet wird, ob ein externes Referenzkonto genügt und ob ein zusätzliches Konto eigene Bedingungen hat.
Warum ist mein ETF handelbar, aber nicht als Sparplan verfügbar?
Einzelhandel und Sparplanangebot sind unterschiedliche Leistungen. Die Handelbarkeit einer ISIN garantiert keine automatische regelmäßige Ausführung. Prüfen Sie den Sparplanstatus ausdrücklich, bevor Sie das Depot eröffnen.
Kann ich meine ETF-Anteile später zu einem anderen Broker übertragen?
Ein Depotübertrag ist möglich, wenn der empfangende Anbieter die Wertpapiere annehmen kann. Deutsche Banken dürfen für die Übertragung grundsätzlich keine eigenen Gebühren verlangen; fremde Kosten können relevant sein. Prüfen Sie vorher auch die Übertragbarkeit von Bruchstücken und die Weitergabe der Anschaffungsdaten. Verbraucherzentrale zum Depotwechsel
Ist ein Broker mit einem CFD-Angebot automatisch ungeeignet?
Entscheidend ist, welches Konto und welches Produkt Sie verwenden. Ein Invest-Konto für echte Wertpapiere ist vom CFD-Handel zu unterscheiden. Prüfen Sie die Ordermaske: Ein CFD verschafft Ihnen nicht das Eigentum an der zugrunde liegenden Aktie oder einem ETF-Anteil. Für den hier beschriebenen Sparplan benötigen Sie keine CFDs.
Muss ich bei mehreren Depots überall den vollen Freistellungsauftrag eintragen?
Nein. Teilen Sie Ihren insgesamt verfügbaren Betrag auf. Die Summe der Freistellungsaufträge darf den für Sie geltenden Höchstbetrag nicht überschreiten. Bestehende Aufträge bei Banken mit Tagesgeld oder anderen Kapitalerträgen gehören ebenfalls in diese Übersicht.
Verbessert ein Sparplan meine Rendite automatisch?
Nein. Er automatisiert Käufe und erleichtert regelmäßiges Investieren, garantiert aber weder Gewinn noch einen günstigeren Durchschnittspreis als jede andere Kaufstrategie. Die Wertentwicklung hängt weiterhin von der Anlage und den Märkten ab. Wählen Sie eine Rate, die auch bei ungeplanten Ausgaben tragbar bleibt.
Haftungsausschluss: Die Informationen auf Finorum dienen Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine persönliche Finanz-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Recherchieren Sie stets selbst und ziehen Sie bei Bedarf eine qualifizierte Finanz- oder Steuerberatung hinzu. Rechenbeispiele sind keine Renditeprognosen.
Matias Buće verfügt über eine formale Ausbildung im Verwaltungsrecht und mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Analyse globaler Märkte, des Forex-Handels und persönlicher Finanzplanung. Sein juristischer Hintergrund prägt seinen Ansatz beim Investieren – mit einem Fokus auf Regulierung, Struktur und Risikomanagement. Bei Finorum schreibt er über ein breites Spektrum an Finanzthemen, von europäischen ETFs bis hin zu praktischen Strategien der persönlichen Finanzplanung für alltägliche Anleger.
Sources & References
Broker comparisons & investing platforms
- DEGIRO-Preise
- DEGIRO zur Aufsicht
- DEGIRO zur Steuerbescheinigung
- Scalable Capital — Scalable-Preismodelle
Additional educational resources
- Bafin.de — BaFin zur Einlagensicherung und Anlegerentschädigung
- Comdirect.de — Ankündigung von comdirect
- ETF-Sparpläne
- Konditionen
- Pure Depot
- Gesetze-im-internet.de — § 18 InvStG
- § 20 EStG
- § 20 InvStG
- Helpcentre.trading212.com — Gebühren für Invest
- Trading 212 zur Besteuerung
- Ing.de — ING-Konditionen
- Support.traderepublic.com — Kosteninformationen
- Sparpläne
- Trading.com
- Trading212.com — Impressum
- Verbraucherzentrale.de — Verbraucherzentrale zum Depotwechsel





